Tank-Regel macht Sprit teurer – ADAC fordert jetzt das Aus

Eine nicht zu erkennende Frau hält in ihrer Hand die Zapfsäule an einer Tankstelle und hält sie in den Tank ihres Fahrzeugs, um es mit Kraftstoff zu befüllen.
Symbolbild © istockphoto/alexander uhrin

Tankstellen dürfen ihre Preise seit April nur noch einmal am Tag erhöhen. Eigentlich sollte die neue Regel das Tanken für Autofahrer übersichtlicher machen. Doch ausgerechnet diese Vorgabe sorgt offenbar für ein neues Problem: Die Preisunterschiede innerhalb eines Tages sind deutlich größer geworden. Der ADAC fordert deshalb jetzt das Aus für die 12-Uhr-Regel.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen die Preise für Benzin und Diesel nur noch um 12 Uhr erhöhen. Senkungen sind dagegen weiterhin jederzeit möglich. Die Bundesregierung wollte damit die ständigen Preissprünge eindämmen und Autofahrern eine bessere Orientierung ermöglichen.

Tank-Regel macht Sprit teurer – Autofahrer zahlend drauf

Tatsächlich änderten Tankstellen ihre Preise zuvor durchschnittlich mehr als 20 Mal am Tag. Inzwischen sind es nur noch sechs bis sieben Änderungen. Doch günstiger ist das Tanken dadurch nicht geworden. Eine Auswertung des ADAC von mehr als 14.000 Tankstellen zeigt sogar einen deutlichen Preissprung zur Mittagszeit. Um 12 Uhr verteuert sich Super E10 durchschnittlich um 14,6 Cent pro Liter. Beim Diesel sind es sogar 18,4 Cent.

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Bei einem 50-Liter-Tank können zwischen einem günstigen und einem ungünstigen Zeitpunkt damit schnell mehrere Euro Unterschied liegen. Besonders betroffen sind Autofahrer, die nicht frei entscheiden können, wann sie tanken. Wer nach der Arbeit oder auf einer längeren Fahrt dringend Kraftstoff braucht, kann nicht einfach bis zum nächsten Vormittag warten.

ADAC mit bitterer Bilanz: Spritpreise in Deutschland auf Rekordhoch

Der ADAC zieht deshalb eine ernüchternde Bilanz. Die neue Regel habe die Preise nicht gesenkt. Vielmehr seien die Unterschiede im Tagesverlauf deutlich größer geworden. In einer Befragung gaben zudem 77 Prozent der Autofahrer an, keinen preissenkenden Effekt zu erkennen.

Auch Untersuchungen anderer Einrichtungen hatten bereits Kritik ausgelöst. Das ZEW kam zu dem Ergebnis, dass die Regel indirekt zu höheren Durchschnittspreisen führen kann. Der ADAC verlangt nun, die 12-Uhr-Regel zeitnah wieder abzuschaffen. Autofahrer sollten derzeit besonders auf die Uhr schauen. Nach den aktuellen Auswertungen ist Kraftstoff kurz vor 12 Uhr besonders günstig. Genau um 12 Uhr folgt dann der große Preissprung.

(Quellen: ADAC)