Tanken an Autobahn-Tankstellen – „Extreme Preisunterschiede“

Ein großes blaues Tankstellenschild an einer Tankstelle zeigt die aktuellen Preise für Diesel, Benzin und Sprit an. Daneben sieht man mehrere blaue Zapfsäulen neben dem Tankstellengebäude. An Autobahn-Tankstellen herrschen extreme Preisunterschiede.
Symbolbild © imago/Michael Gstettenbauer

Die extremen Preisunterschiede an Autobahn-Tankstellen belasten Autofahrer immer mehr. Denn wer direkt an der Autobahn tankt, zahlt eigentlich immer höhere Spritpreise als an Tankstellen abseits der Fernstraßen. Und dieser Trend nimmt zu.

Eine neue ADAC-Untersuchung zeigt: Die Preisunterschiede zwischen den Autobahn-Tankstellen und allen anderen sind immens. Die folgenden Zahlen belegen das eindrucksvoll.

Abzocke an der Autobahn – Spritpreise treiben Urlaubern den Schweiß auf die Stirn

Die Preisdifferenzen sind mitunter dramatisch. An der Raststätte Hochfelln-Nord an der A8 kostete Super E10 über 57 Cent mehr pro Liter als an einer Tankstelle nur wenige Kilometer entfernt. Diesel war an der Raststätte Limburg-Ost an der A3 mit einem Aufschlag von fast 54 Cent besonders teuer. Insgesamt verlangen 90 Prozent der Autobahntankstellen bei Super E10 und 88 Prozent, bei Diesel mindestens 30 Cent, teils sogar 50 Cent oder mehr Aufschlag. Die Folge: Über 80 Prozent der Autofahrer verlassen zum Tanken die Autobahn – auch wenn ein kurzer Umweg nötig ist. Denn schon kleine Umwege zu den günstigeren Tankstellen neben der Autobahn können pro Tankfüllung eine Ersparnis von über 20 Euro bringen. Besonders für Volltanker lohnt sich die Planung.

Die Preisunterschiede an Autobahn-Tankstellen sind nicht nur enorm, sondern auch auffallend konstant. Ein Drittel der Stationen änderte während der 16-tägigen Beobachtung ihre Preise gar nicht. Während Super E10 im Mittel über 2,11 Euro pro Liter lag, schwankten die Preise an Tankstellen abseits der Autobahn deutlich stärker. Dort gab es bis zu 22 Preisänderungen pro Tag, an Autobahntankstellen nur zwei bis drei. Diese geringe Konkurrenz und Preisstarrheit geben den Betreibern offenbar die Möglichkeit, hohe Aufschläge durchzusetzen. Als Gründe führen die Betreiber höhere Konzessionsgebühren, Personalkosten und den Unterhalt der Infrastruktur an. Laut ADAC rechtfertigt das die extremen Aufschläge jedoch nicht. Viele Autofahrer unterschätzen zudem das Sparpotenzial und tanken aus Bequemlichkeit trotzdem direkt an der Autobahn.

Lesen Sie auch
Regeln: Erstes Bundesland greift jetzt hart durch bei Tankstellen

20 Euro pro Tank sparen: So umgehen clevere Fahrer den Preis-Wahnsinn

Dass es auch fairer geht, zeigen positive Beispiele: An der Rastanlage Fuchsberg Nord kostete Diesel nur einen Cent und Super E10 sechs Cent mehr als an der nächstgelegenen Station. Auch Osterfeld Ost an der A9 fiel mit moderaten Aufschlägen auf.

Der ADAC rät: Vor langen Fahrten besser am Vorabend an günstigen Tankstellen volltanken. Außerdem sollte man zum Nachfüllen wirklich am besten die Autobahn verlassen, denn der kleine Umweg lohnt sich fast immer. Spritpreis-Apps helfen beim Finden günstiger Tankstellen, und besonders zwischen 19 und 22 Uhr sind die Preise meist am niedrigsten. Wer also ein paar Minuten mehr einplant, lässt sich nicht länger an der Autobahn abzocken.