Tanken wird zum Luxus – Autofahrer zahlen plötzlich Rekordpreise

Eine nicht zu erkennende Frau hält in ihrer Hand die Zapfsäule an einer Tankstelle und hält sie in den Tank ihres Fahrzeugs, um es mit Kraftstoff zu befüllen.
Symbolbild © istockphoto/alexander uhrin

Dass Tanken zum Luxus wird, merken die Menschen hierzulande schon seit Jahren. Nach dem Wegfall der Tankprämie zahlen Autofahrer nun Rekordpreise, um ihren Verbrenner zu betanken.

Die Preise für Benzin und Diesel steigen immer weiter an. Tanken wird für viele merklich zum Luxus. Experten sehen noch keine Anzeichen, dass sich diese Entwicklung ändern könnte.

Weiterer drastischer Anstieg: Nach Tankprämie kommen Rekordpreise

Das offizielle Ende des Tankrabatts, umgangssprachlich oft als Tankprämie bezeichnet, erfolgte nach einer zweimonatigen Laufzeit am 30. Juni 2026. Eine Verlängerung über diesen Zeitraum hinaus lehnt die Bundesregierung ab. Die Steuersenkung machte rechnerisch rund 17 Cent pro Liter bei Benzin und Diesel aus. Das Bundeskartellamt stellte fest, dass etwa 14 bis 15 Cent davon tatsächlich bei den Verbrauchern an der Zapfsäule ankamen. Da die Steuersätze zum 1. Juli 2026 wieder auf ihr normales Niveau stiegen, kam es an den Tankstellen zu den erwarteten Preissprüngen.

Trotz anhaltender Kritik und Forderungen aus der Opposition nach erneuten Entlastungen aufgrund hoher Spritpreise bleibt die Bundesregierung bei ihrer Linie. Die Beibehaltung hoher Marktpreise wird politisch damit begründet, dass Subventionen Haushaltslöcher reißen und gleichzeitig der Anreiz für die Mobilitätswende erhalten bleiben soll.

Lesen Sie auch
Preiswende: E-Autos plötzlich fast so günstig wie Verbrenner

Tanken wird zum Luxus: Autofahrer zahlen immer mehr

Im Zeitraum von 2000 bis 2026 haben sich die Kraftstoffpreise in Deutschland mehr als verdoppelt. Während zur Jahrtausendwende ein Liter Benzin oder Diesel noch für rund 80 bis 100 Cent zu haben war, bewegen sich die Preise durch geopolitische Konflikte und steigende Steuern auf historischen Höchstständen. Große Sprünge gab es immer dann, wenn Ölförderregionen oder Lieferketten bedroht waren. Nach dem Ukraine-Krieg im Jahr 2022 sorgt die Eskalation im Nahen Osten für die jüngsten Allzeithochs an den Zapfsäulen.

Steuern machen konstant einen massiven Anteil des Literpreises aus. Bei Benzin sind es rund 48 %, bei Diesel ca. 39 %. Neben der Mehrwertsteuererhöhung 2007 trieb hauptsächlich die schrittweise Einführung und Erhöhung der CO₂-Abgabe ab 2021 den Preis nach oben. Traditionell war Diesel wegen niedrigerer Steuersätze deutlich günstiger als Benzin. Seit 2022 und verstärkt durch die aktuellen Importengpässe hat sich dieser Abstand fast vollständig aufgelöst. Diesel ist in Krisenzeiten nun häufig teurer als Super-Kraftstoff.

(Quellen: ADAC, MTS-K)