E-Auto in der Krise: Milliardenrisiko zwingt Autobauer zum Kurswechsel

Auf einem Parkplatz sind mehrere E-Auto-Ladesäulen zu sehen. Im Hintergrund stehen einige geparkte Autos. Die Parkplätze sind für Fahrer reserviert, die ihr Auto laden möchten.
Symbolbild © imago/BREUEL-BILD

Mit einer überraschenden Entscheidung sorgt ein Autobauer für Aufsehen in der Branche. Der Hersteller zieht bei seiner Elektrostrategie vorerst die Reißleine. Der Richtungswechsel hat drastische Gründe.

Ein Autohersteller sorgt aktuell für Schlagzeilen: Geplante Schritte in der Elektromobilität werden vorerst gestoppt, weil der Konzern seine Strategie neu ausrichtet. Die Hintergründe für den plötzlichen Kurswechsel sind erheblich.

Rolle rückwärts in Sachen E-Autos: Autobauer lenkt um

Der Autobauer Honda vollführt jetzt einen unerwarteten Richtungswechsel bei seiner Elektrostrategie. Der Konzern hat die Entwicklung mehrerer bereits weit fortgeschrittener E-Autos kurzfristig gestoppt. Anstatt die Modelle wie vorgesehen auf den Markt zu bringen, hat sich das Management für einen radikalen Schritt entschieden. Drei Elektroautos verschwinden demnach noch vor ihrem offiziellen Start aus der Planung. Diese Entscheidung fällt in eine Phase, in der viele Autobauer ihre Strategien rund um Elektromobilität neu bewerten. Steigende Kosten für Entwicklung und Produktion, eine unsichere Nachfrage in einigen Märkten sowie der harte Wettbewerb setzen die Hersteller unter Druck. Honda reagiert darauf mit einer deutlichen Kurskorrektur.

Laut Insidern sollten die betroffenen Fahrzeuge Teil einer größeren Elektro-Offensive sein. Mit ihnen wollte der Hersteller sein Angebot im wachsenden Markt für batterieelektrische Autos deutlich ausbauen. Doch offenbar wuchs intern die Sorge, dass sich die Projekte wirtschaftlich nicht rechnen könnten.

Lesen Sie auch
Komplett gefloppt: Deutscher Autobauer stellt Elektroauto ein

Hersteller haben Probleme mit E-Autos – E-Wende in Gefahr

Stattdessen will Honda seine Investitionen nun stärker bündeln und gezielter einsetzen. Der Konzern konzentriert sich künftig auf ausgewählte Plattformen, die Entwicklung von Software sowie Partnerschaften mit anderen Technologieunternehmen. Auch Kooperationen mit großen Batterieherstellern und anderen Automobilherstellern spielen in der neuen Strategie eine wichtige Rolle. Die Kehrtwende zeigt, wie schwierig der Wandel zur Elektromobilität für viele Hersteller bleibt.

Zwar treiben Regierungen weltweit strengere Emissionsvorgaben voran und fördern Elektroautos. Gleichzeitig kämpfen Unternehmen mit hohen Entwicklungsbudgets, Lieferkettenproblemen und schwankender Nachfrage. Für Honda bedeutet der Stopp der drei Modelle einen großen Einschnitt. Gleichzeitig eröffnet er dem Unternehmen aber auch die Möglichkeit, seine Ressourcen neu zu verteilen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Autobauer in den kommenden Jahren weiterhin stark in Elektromobilität investieren wird, allerdings mit stärkerem Fokus auf rentable Projekte.

(Quellen: Honda, Nikkei Asia, Automotive News, Medienberichte)