Verbrenner-Verbot spitzt sich zu: Tausende Stellen sind bedroht

Eine Fotomontage mit einem durchgestrichenen Auto im Hintergrund. Davor ein blaues EU-Schild mit gelben Sternen. Im Vordergrund ein weiteres Schild mit einem durchgestrichenen Auto und dem Wort "Verbrennermotoren".
Symbolbild © imago/Christian Ohde

Die Debatte um das Verbrenner-Verbot geht in die nächste Runde. Viele Politiker und Experten sehen dem Kompromissvorschlag der EU-Kommission äußerst kritisch entgegen. Ihnen zufolge sind weitere Tausende Stellen in der Automobilindustrie bedroht.

Es ist ein hehres und ehrenwertes Ziel, welches die Politik – auch auf europäischer Ebene – verfolgt: Weniger Emissionen für Klima, Umwelt und Mensch. Was manche jedoch vergessen – so viele Vorteile ein Verbrenner-Verbot mit sich bringt, so viele Nachteile schafft es auch.

Verbrenner-Verbot bedroht weitere Tausend Stellen

In den letzten Jahren befindet sich die deutsche Autoindustrie zunehmend auf dem absteigenden Ast. Schlagzeilen über Stellenabbau und Insolvenzanmeldungen, vor allem bei etablierten Zulieferern wie Bosch oder ZF Friedrichshafen sowie den großen Automarken Mercedes-Benz oder Volkswagen, häufen sich seit Monaten. Neben den sinkenden Absätzen in China belasten auch die US-Importzölle die hiesige Branche. Doch ist das Problem auch auf eine Art hausgemacht. Der ursprüngliche Plan der Europäischen Union, ab 2035 ausschließlich Elektrofahrzeuge zuzulassen, sorgte vor allem bei den Autobauern und deren Angestellten für einen Aufschrei. Schätzungen zufolge gab es 2025 50.000 weniger Beschäftigte als noch 2024.

Verbrenner-Verbot – ja, nein, vielleicht

Die EU-Kommission lenkte ein und schlug vor, dass vorerst weiterhin auch Verbrennerautos hergestellt werden dürfen. Außerdem sollen die Hersteller die Emissionen nur noch zu 90 Prozent gegenüber 2021 senken – anstatt der vorher veranschlagten 100 Prozent. Dieser Kompromissvorschlag entlaste die Autoindustrie jedoch kaum. Laut Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut sei dieses Vorhaben wenige praxistauglich und zu komplex, weil der bürokratische Aufwand dafür schlicht zu hoch sei. Mit dieser Einschätzung steht die CDU-Politikerin nicht allein da. Immer mehr Stimmen werden laut, dass die EU-Kommission das Verbrenner-Verbot in Gänze zurücknehmen soll.

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Doch der Schaden ist schon einmal angerichtet und Zahlen lügen nicht. Seit 2022 setzt beispielsweise Mercedes verstärkt auf Elektroautos, und prompt fallen die Absatzzahlen. Die Investitionen in die Elektromobilität sind obendrein nicht billig, was letztlich zu einem Minusgeschäft führt. VW hatte zuletzt einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Das Geld, das an dieser Stelle eingespart wird, fließt in ein neues Batteriezellenwerk zur Produktion von Elektroautos. Auch Mercedes und BMW haben angekündigt, in den kommenden Monaten neue, innovative Automodelle auf den Markt zu bringen. Damit wollen die deutschen Autobauer die Konkurrenz aus Asien abhängen, die derzeit den Markt dominiert und so auch hierzulande wenigstens einige Arbeitsplätze sichern.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, EU-Kommission)