Verspätungen haben Folgen: Bahn streicht jetzt erste Führungsjobs

Ein ICE der Deutschen Bahn fährt in einen überdachten Bahnhof ein. Im Vordergrund ist der weiß-rote Hochgeschwindigkeitszug mit dem DB-Logo gut zu erkennen. Auf dem Bahnsteig befinden sich Reisende sowie kleine Geschäfte.
Symbolbild © istockphoto/Alan Morris

Eigentlich mögen die Deutschen Zug- und Bahnreisen, wären da nur nicht die lästigen Probleme. Die vielen Verspätungen haben nun Folgen und die Bahn streicht die ersten Führungsjobs im eigenen Haus.

Verspätungen gehören für viele Bahnreisende zum Alltag und neue Zahlen zeigen, warum sich die Lage noch nicht spürbar bessert. Denn Verspätungen haben für die Bahn und die Führungsjobs, wie sich nun zeigt, weitreichende Folgen.

Warum viele Zugfahrten länger dauern als geplant

Wer regelmäßig mit der Bahn unterwegs ist, kennt das Problem: Schon wenige Minuten Verzögerung können Anschlusszüge gefährden und den gesamten Reiseplan durcheinanderbringen. Besonders im Fernverkehr macht sich das derzeit bemerkbar. Doch hinter den Verspätungen steckt meist nicht nur ein einzelner Zwischenfall. Das deutsche Schienennetz gilt dabei vielerorts als stark ausgelastet. Hinzu kommen zahlreiche Bauarbeiten, die notwendig sind, um Strecken, Brücken und Stellwerke zu modernisieren. Nach Angaben der Deutschen Bahn führen gerade diese Sanierungen kurzfristig zwar häufiger zu Einschränkungen, sollen langfristig aber für einen stabileren Betrieb sorgen.

Ein Verbrauchertipp: Wer flexibel reist, kann sich im DB Navigator vor der Abfahrt über Auslastung, Bauarbeiten und alternative Verbindungen informieren. Außerdem lohnt sich bei erwarteten Verspätungen ein Blick auf die Fahrgastrechte. Bereits ab 60 Minuten Verspätung können je nach Fall Entschädigungsansprüche bestehen. Interessant ist außerdem ein Detail der Statistik: Ein Fernzug gilt offiziell erst ab sechs Minuten Verspätung als unpünktlich. Zugausfälle werden in dieser Kennzahl nicht mitgerechnet. Deshalb unterscheiden sich die offiziellen Werte häufig von dem Eindruck vieler Reisender.

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Deutsche-Bahn-Pünktlichkeit: Konzernchefin nennt Ursachen und kündigt Umbau an

Im ersten Halbjahr erreichten nur 58,7 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Damit bleibt die Deutsche Bahn unter ihrem Jahresziel von 60 Prozent. Konzernchefin Evelyn Palla bezeichnete diesen Wert selbst als unbefriedigend, betonte jedoch zugleich, dass viele Verspätungen vergleichsweise kurz ausfielen. Rund drei Viertel der erfassten Verzögerungen lagen unter 15 Minuten. Nach Einschätzung der Bahnchefin liegen die Ursachen nicht allein im heutigen Betrieb. Sie sieht Versäumnisse aus früheren Jahren als wichtigen Grund für die aktuelle Situation.

Deshalb setzt der Konzern auf einen umfassenden Umbau mit schlankeren Führungsstrukturen und mehr Verantwortung an den einzelnen Standorten. Ob diese Maßnahmen die Pünktlichkeit spürbar verbessern, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen. Bis dahin bleiben das sanierungsbedürftige Schienennetz, zahlreiche Baustellen und die hohe Streckenauslastung die größten Herausforderungen für den Fernverkehr.

(Quellen: Deutsche Bahn, Handelsblatt, dpa)