Vor allem Verbrenner: Autodiebstähle nehmen in Deutschland zu

Ein maskierter Räuber versucht am Tag in ein Auto einzusteigen und dieses zu rauben und zu stehlen. Er nutzt cleveres Werkzeug und scheint gleich Erfolg zu haben.
Symbolbild © istockphoto/djedzura

Der Raub des eigenen Fahrzeugs gehört mit zu den schlimmsten Verlusten im Leben eines Autofahrers. Leider gibt es in Deutschland mehr und mehr Autodiebstähle, vor allem bei Verbrenner-PKWs. Die Zahlen dazu verraten mehr.

Viele Deutsche hatten schon mit Dieben und Räubern zu tun. Autodiebstähle sind dabei kein neues Thema in Deutschland, doch sie nehmen zu, und überraschenderweise haben es die Täter dabei vor allem auf Verbrenner abgesehen. Das hat einen bestimmten Grund.

Wenn Diebe schneller sein müssen als die Polizei

Autodiebstähle wirken oft wie spontane Verbrechen, tatsächlich steckt jedoch häufig ein gut organisiertes System dahinter. Viele Fahrzeuge verschwinden nicht zufällig, sondern werden gezielt ausgewählt und anschließend in kurzer Zeit über große Distanzen transportiert. Aktuelle Zahlen zeigen, dass dieses Phänomen wieder zunimmt. Laut Bundeskriminalamt wurden zuletzt fast 16.000 Autos in Deutschland dauerhaft gestohlen. Hinter einem Großteil dieser Fälle stehen professionelle Tätergruppen, die internationale Absatzmärkte bedienen. Dabei spielt Zeit eine entscheidende Rolle. Ermittler gehen davon aus, dass viele Fahrzeuge bereits in der ersten Nacht nach dem Diebstahl außer Landes gebracht werden.

Ein weiteres Detail fällt in den Statistiken auf: Bestimmte Autos verschwinden deutlich häufiger als andere. Und genau diese Entwicklung liefert Hinweise darauf, wie Autodiebe heute planen – und warum manche Fahrzeuge kaum im Fokus stehen. Nebenbei lohnt für Autobesitzer ein Blick auf einfache Schutzmaßnahmen. Laut Versicherern gehören Lenkradkrallen, abgeschirmte Funkschlüssel (Faraday-Hüllen) und gut beleuchtete Parkplätze zu den effektivsten Methoden, um Diebe abzuschrecken.

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Mehr Autodiebstähle: Warum Täter Verbrenner bevorzugen

Die aktuellen Ermittlungen zeigen ein klares Muster: Organisierte Täter greifen überwiegend zu Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor. Elektroautos tauchen deutlich seltener in Diebstahlstatistiken auf. Ein Grund liegt in der Fluchtlogik der Täter. Gestohlene Fahrzeuge müssen oft mehrere Hundert Kilometer zurücklegen, bevor sie eine Grenze erreichen. Verbrenner lassen sich schnell auftanken, während Elektroautos potenziell Ladepausen erfordern würden. Für Täter bedeutet jeder zusätzliche Stopp ein höheres Entdeckungsrisiko. Hinzu kommt der Absatzmarkt. Viele gestohlene Fahrzeuge landen laut Ermittlern in Osteuropa, oder die Täter exportieren sie in andere Weltregionen.

Bei besonders teuren Autos spielt außerdem ein weiterer Faktor eine Rolle: sogenannte Auftragsdiebstähle. Kriminelle Netzwerke beschaffen gezielt bestimmte Modelle für Käufer im Ausland. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gelten dabei als leichter verkäuflich und flexibler nutzbar. Auch moderne Technik beeinflusst die Entscheidung der Täter. Elektroautos verfügen häufig über integrierte Ortungssysteme und permanente Internetverbindungen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, BKA Bundeslagebild Kfz-Kriminalität, ecomento)