VW-Krise verschärft sich: Weitere Einschnitte nicht ausgeschlossen

Ein großes VW-Werk mit rauchenden Schornsteinen ist nachts hell beleuchtet und thront in der Landschaft. Eine Laterne beleuchtet die Straße, während das Gebäude des Autoherstellers ein großes VW-Logo ziert.
Symbolbild © imago/Kirchner-Media

Die deutsche Autoindustrie steht unter massivem Druck. Absatzprobleme, hohe Kosten und strukturelle Veränderungen zwingen große Hersteller zu tiefgreifenden Einschnitten. Auch die Krise bei VW verschärft sich.

Die internationale Autobranche steht aktuell unter starkem Druck. Hersteller müssen gleichzeitig mit schwächeren Verkaufszahlen in wichtigen Märkten, hohen Produktionskosten und dem schnellen technologischen Wandel umgehen. Diese Krisenstimmung spürt auch VW immer deutlicher.

Deutsche Autobauer unter Druck: Umbau der Industrie kostet Milliarden

Auch deutsche Hersteller spüren die angespannte Stimmung in der Automobilbranche. Sie müssen nicht nur ihre bestehenden Produktionsstrukturen anpassen, sondern gleichzeitig hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Plattformen stemmen. Dazu kommen steigende Energiepreise, komplexe Lieferketten und eine unsichere wirtschaftliche Gesamtlage. Viele Unternehmen reagieren darauf mit Sparprogrammen und Effizienzmaßnahmen. Gleichzeitig prüfen sie ihre Modellpaletten und Produktionsstandorte genauer als in der Vergangenheit. Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Lage angespannt, weil der Umbau der Industrie viel Kapital bindet und kurzfristig kaum Entlastung bringt. Dadurch geraten viele deutsche Autobauer in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierung.

VW-Krise verschärft sich: Bis zu 100.000 Jobs könnten wegfallen

Auch beim Volkswagen-Konzern verschärft sich die Situation deutlich. Der Autobauer könnte Gerüchten zufolge weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze abbauen. Das würde einen großen Teil der insgesamt rund 657.000 Stellen im Unternehmen betreffen. Die Zahl wurde von VW jedoch nicht offiziell bestätigt. Bis jetzt war nur von 50.000 Stellen die Rede, die bis 2030 wegfallen sollen. Die geplanten Maßnahmen sind dabei Teil eines umfassenden Spar- und Umbauprogramms, mit dem VW sich langfristig neu aufstellen will. Finanzchef Arno Antlitz machte dabei klar, dass der Konzern sein Geschäftsmodell grundlegend überarbeiten müsse, um im Wettbewerb bestehen zu können und dauerhaft stabilere Ergebnisse zu erzielen.

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Gleichzeitig denkt Volkswagen offenbar über weitere strukturelle Veränderungen nach. Konzernchef Oliver Blume prüft wohl, die Kernmarke Volkswagen stärker vom Gesamtkonzern zu trennen und ihr mehr Eigenständigkeit zu geben. Auch die Sparte für Fahrzeugkomponenten könnte künftig eigenständig arbeiten. Hintergrund dieser Überlegungen sind anhaltende Probleme wie hohe Kosten, komplizierte Strukturen im Konzern und eine schwächere Entwicklung einzelner Markenbereiche. Damit steht VW vor einem möglichen tiefgreifenden Umbau, der die Ausrichtung des Unternehmens langfristig verändern könnte.

(Quellen: Münchner Merkur, Institut für Automobilwirtschaft, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)