Wegen Streikwelle: Reihenweise Busse und Bahnen gestrichen

Die Fahrgäste und Pendler sind auf dem Weg über die Treppe zum Bahnsteig in den Zug. Wegen der Streikwelle kommt es bei Bus und Bahn zu Streichungen der Verbindungen.
Symbolbild © imago/Arnulf Hettrich

Der ÖPNV ist für viele Bürger das Mittel der Wahl, um zur Arbeit zu kommen. Seit der Einführung des Deutschlandtickets ist das Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln beliebt. Nun werden allerdings zahlreiche Busse und Bahnen gestrichen.

Der ÖPNV in Deutschland ist beliebt. Doch die Infrastruktur ist in teils marodem Zustand. Indessen wird klar: Es werden reihenweise Busse und Bahnen gestrichen.

Linien seltener bedient: So viele Bürger nutzen den öffentlichen Nahverkehr

Im Jahr 2024 konnte der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland einen enormen Zuwachs verzeichnen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts nutzten Fahrgäste mehr als 11,2 Milliarden Mal Busse, Bahnen und andere Verkehrsmittel. Das sind etwa 510 Millionen mehr Fahrten als im Jahr zuvor.

Omnibusse hatten dabei einen besonders hohen Anteil am Liniennahverkehr und beförderten Gäste auf 5,2 Milliarden Fahrten. Straßenbahnen und Fernverkehr waren ebenfalls stark gefragt, mit jeweils 3,9 Milliarden und 2,7 Milliarden Fahrten. Darüber hinaus wurden etwa 153 Millionen Fahrten im Linienfernverkehr gezählt. Die Einführung des Deutschlandtickets hat hierzu einen großen Beitrag geleistet.

Busse und Bahnen gestrichen: Das droht Pendlern jetzt 

Lesen Sie auch
Studie deckt auf: Wasser im Tank macht Verbrenner sauberer

Das Deutschlandticket bietet deutschlandweit unbegrenzte Fahrten im öffentlichen Nahverkehr und kostet derzeit 58 Euro pro Monat. Ab dem 1. Januar 2026 soll der Preis auf 63 Euro steigen. Es ist als digitales Abonnement erhältlich und kann in einigen Regionen auch als Chipkarte genutzt werden. Auf einer Karlsruher Bahnstrecke kam es neulich zu einem schrecklichen Drama.

Nun werden reihenweise Busse und Bahnen gestrichen. In Nordrhein-Westfalen stehen neue Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) bevor, wodurch erneut Streiks drohen könnten. Die Gewerkschaft Verdi hat angekündigt, am 27. November ihre Tarif-Forderungen dem Kommunalen Arbeitgeberverband NRW (KAV NW) zu überreichen. Die Verhandlungen selbst sollen jedoch erst am 21. Januar 2026 beginnen, wodurch mögliche Streikaktionen ab diesem Zeitpunkt wahrscheinlich sind. Verdi betont die Bedeutung dieser Tarifrunde, da sie Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen, Personalgewinnung und Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs in NRW haben wird. Ähnlich wie in früheren Verhandlungsrunden sind Warnstreiks während der Gespräche zu erwarten, falls keine Einigung erzielt wird.

(Quellen: Statista, Verbraucherzentrale, ÖPNV, Verdi, dpa)