Weitere Großstadt verschenkt Deutschland-Ticket bei Autoabgabe

Auf einem Holztisch liegen ein Reisepass, ein Personalausweis und ein Führerschein. Alle drei Dokumente gehören zur Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Auf dem Lichtbild ist eine junge Frau zu sehen.
Symbolbild © imago/W2Art

Um den Klimaschutz zu unterstützen und den Verkehr auf den Straßen möglichst gering zu halten, verschenkt eine Großstadt Deutschland-Tickets an die Bürger. Der Deal kommt jedoch nur bei einer Autoabgabe zustande.

Eine deutsche Großstadt will ihren Bürgern den Umstieg und die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs schmackhaft machen. Geben Freiwillige ihr Auto ab, erhalten sie kostenfrei ein Deutschland-Ticket.

Deutschland-Ticket verliert an Attraktivität

Mit der Einführung des Deutschland-Tickets im Mai 2023 jubelten die Menschen der Bundesrepublik. Tram, Bus und Bahn – das Deutschland-Ticket ist für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Regional- und Nahverkehr nutzbar. Doch schwindet der Erfolg seit einiger Zeit. Ein Grund für rückläufigen Zahlen könnten die Preiserhöhungen sein. Anfangs noch für 49 Euro erhältlich, stieg der Preis 2025 auf 58 Euro. Seit Beginn dieses Jahres sind es sogar 63 Euro. Vor allem für Wenigfahrer lohnt sich die monatliche Ausgabe nicht. Doch auch Unpünktlichkeit und komplette Ausfälle von Zügen sind bei der Deutschen Bahn leider Alltag. Viele Menschen steigen daher auf Alternativen wie Fahrrad oder Auto um – sofern möglich. Immerhin scheint man so zuverlässiger ans Ziel zu kommen.

Gründe für die Nutzung des Deutschland-Tickets

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Doch sorgt genau das im Umkehrschluss – insbesondere in der Großstadt – regelmäßig für Verkehrschaos, verstopfte Straßen und überfüllte Parkplätze. Dadurch ist der Weg zur Arbeit oft auch nicht schneller oder stressfreier, als wenn man mit Bus und Bahn unterwegs ist. Hinzu kommt, dass die Unterhaltungskosten für einen Pkw teils enorm auf die Haushaltskasse schlagen und diese Art der Fortbewegung (sofern man einen Verbrenner fährt) nicht gerade umweltfreundlich ist.

Die Stadt Frankfurt bietet ihren Bürgern daher seit August 2024 an, ein ganzes Jahr lang die Kosten für das Deutschland-Ticket zu übernehmen. Die Voraussetzung dafür ist die Abgabe des eigenen Autos. Gute Chancen auf diesen Deal haben jene, die den auf sie zugelassenen Verbrenner vor maximal fünf Monaten verkauft, verschenkt oder verschrottet haben. Eine Neuzulassung muss länger als 12 Monate zurückliegen und während der Laufzeit des Angebots darf man sich kein neues Fahrzeug anschaffen. Etwa 750 Frankfurter sollen sich seit der Einführung schon darauf eingelassen haben. Vor allem bei Rentnern oder Geringverdienern kann sich der Wechsel zum Deutschland-Ticket am Monatsende rentieren.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)