
Pendler brauchen bald starke Nerven, denn eine der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands wird für Monate gesperrt. Reisende müssen nun auf Busse, Umleitungen und sogar eine Fähre ausweichen.
Busse statt Bahnen, Umleitungen statt Direktverbindungen: Ab Juli wird eine wichtige Bahnstrecke für Monate gesperrt – Pendlern droht Chaos.
Busse, Fähren und lange Umwege
Tausende Pendler müssen sich ab Sommer auf eine echte Geduldsprobe einstellen. Denn mitten in der Ferienzeit wird eine der wichtigsten Bahnverbindungen Deutschlands komplett stillgelegt. Ab dem 10. Juli sperrt die Deutsche Bahn die rechtsrheinische Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden vollständig. Erst am 12. Dezember sollen dort wieder regulär Züge rollen. Insgesamt 13 Buslinien sollen die ausgefallenen Zugverbindungen ersetzen. Die Busse fahren laut Bahn alle bisherigen Bahnhöfe an. Dazu kommen zusätzliche Haltestellen.
Besonders wichtig sind die neuen Expresslinien. Sie verbinden unter anderem Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf. Für Schüler sind zusätzliche Fahrten geplant. Immerhin: Die eingesetzten Busse sind barrierefrei, verfügen über WLAN und teilweise sogar über Bordtoiletten. Wer den Rhein überqueren muss, kann plötzlich aufs Schiff umsteigen. Die Personenfähre „Nixe“ zwischen Erpel und Remagen wird offiziell Teil des Ersatzverkehrs. Der Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Nord hat die Fähre extra in das Konzept eingebunden. So können Fahrgäste auf die linksrheinische Bahnstrecke wechseln.
Auch andere Bahnlinien betroffen
Die Folgen der Sperrung treffen allerdings nicht nur die rechte Rheinseite. Weil die Deutsche Bahn den Güterverkehr während der Bauarbeiten größtenteils auf die linke Rheinstrecke umleitet, geraten auch dort Fahrpläne durcheinander. Die RB 26 fährt zwischen Bingen und Mainz künftig nur noch stündlich statt alle 30 Minuten. Zudem kommt es auf mehreren Linien zu Teilausfällen, darunter RB 23, RB 32, RB 33, RE 15, RB 30 und RB 48. Auch Fernzüge müssen Umwege fahren oder fallen teilweise komplett aus.
Damit die Arbeiten pünktlich starten und beendet werden können, setzt die DB InfraGO auf Hightech. Drohnen mit Laserscannern, Geo-Radar und spezielle Rucksackscanner vermessen die rund 160 Kilometer lange Strecke samt Bahnhöfen millimetergenau. Die Sperrung ist übrigens nur der Anfang: Bis 2036 will die Deutsche Bahn mehr als vierzig wichtige Strecken monatelang komplett sanieren. Für Millionen Fahrgäste in Deutschland bedeutet das Einschränkungen – und wohl noch viele weitere Busfahrpläne.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)














