
Der Markt für Elektrofahrzeuge kriselt, rappelt sich wieder auf und kriselt danach erneut. So zumindest der Eindruck. Nun zeigt sich, dass viele Zahlen verzerrt sind und dass Hersteller jedes vierte E-Auto selbst zulassen und somit die Statistiken verzerrt sind.
Um Elektrofahrzeuge in Deutschland gibt es immer wieder Streit und längst sind die Branche und auch die Käufer nicht mehr ganz vom Konzept überzeugt. Nun kommt raus, dass Hersteller tricksen, jedes vierte E-Auto selber zulassen und damit die Zahlen frisieren und verzerren.
Der scheinbar boomende E-Auto-Markt unter der Lupe
Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos steigt rasant – doch der Eindruck trügt: Rund jeder vierte Stromer (BEV) wird in Deutschland mittlerweile nicht an Privatkunden verkauft, sondern von Herstellern oder Händlern selbst auf ihre Konten zugelassen. Solche Eigenzulassungen verzerren dabei die Statistik, weil sie echte Kundennachfragen simulieren. Experten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnen, dass das Marktwachstum „künstlich stimuliert“ sei.
Diese Strategie ist kein neues Marketinginstrument, sondern wird eingesetzt, um internen Zielvorgaben zu genügen – etwa für CO₂-Bilanzen oder Absatzquoten. Solche Zulassungen fließen direkt in die offiziellen Meldungen beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ein.
Allerdings erleben viele dieser Fahrzeuge nur einen kurzen Ausflug in den privaten Straßenverkehr: Nachdem sie kurz zugelassen wurden, gibt es einen raschen Rückverkauf. Diese Kurzzulassungen enden häufig als junge Gebrauchtwagen mit erheblichen Preisnachlässen. Das Angebot an jungen E-Autos ist so groß wie nie, und die Preise fallen entsprechend. Top für Kunden und Käufer also. Gleichzeitig sehen Hersteller und Händler aber ein wachsendes Risiko, denn die Strategie untergräbt das Vertrauen in organisches Wachstum. Der Markt mag zahlenmäßig wachsen, aber die Basis der echten Nachfrage ist weniger stabil, als viele glauben.
Die wahren Schattenseiten der Eigenzulassung
Die Konsequenzen dieser Eigenzulassungen sind vielfältig. Einer der gravierendsten Effekte: Der Werterhalt von gebrauchten E-Autos leidet stark. Analysen zeigen, dass der Restwert vieler Stromer nach drei Jahren auf unter 50 Prozent des ursprünglichen Preises fällt. Das macht Gebrauchte einerseits attraktiv, belastet aber Leasingmodelle und die gesamte Zukunftsplanung der Hersteller.
Für Käufer von Neuwagen wird die Eigendynamik auch finanziell spürbar. Niedrige Restwerte bedeuten höhere Leasingraten. Gleichzeitig versuchen Hersteller durch Rabatte, ihre Produktionszahlen zu stützen – was den Preiswettbewerb weiter verschärft und auf Dauer die Gewinnmargen belastet. Dieser Preiskampf wirkt auf lange Sicht toxisch für das gesamte E-Mobilitätsmodell.
(Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt, Statista)














