Zu billig: EU will Mindestpreise für neue E-Autos einführen

Gemeinsame Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vize-Kanzler Lars Klingbeil (SPD), der Präsidentin des Verband der Automobilindustrie (VDA) Hildegard Müller und der Vorsitzenden der IG Metall Christiane Brenner am 09.10.2025 im Bundeskanzleramt in Berlin im Rahmen des Automobilgipfels am 9. Oktober 2025.
Symbolbild © imago/Christian Spicker

Die EU will Mindestpreise für neue E-Autos einführen und somit verhindern, dass diese zu billig auf den deutschen Markt kommen und die einheimischen Marken aufgrund der Spottpreise verdrängen. Damit schafft sich jedoch auch eine neue Verhandlungsbasis.

Um eine Überschwemmung des deutschen Automobilmarktes mit chinesischen Billig-Importen zu verhindern, will die EU nun Mindestpreise für neue E-Autos einführen. Was wie eine Verschärfung klingt, ist jedoch ein Kompromiss.

Einfuhrzölle auf chinesische Autos: China kontert

Als die Nachricht die Runde machte, dass chinesische E-Autos nach Deutschland und andere EU-Länder kommen und hier für einen Spottpreis zu kaufen sind, schockierte dies nicht nur die heimischen Autobauer. Auch die EU schlug Alarm, denn sie warf China vor, unlauteren Wettbewerb zu betreiben und damit den chinesischen Autobauern Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, die nicht gesetzeskonform sind. Zudem subventioniere China die Autobauer, weshalb diese die E-Autos überhaupt so günstig auf den Markt bringen können.

Als Antwort darauf drohte die EU im Sommer 2024 mit der Erhebung von Strafzöllen für chinesische E-Autos. Diese verteuerten die Fahrzeuge so enorm, dass sie für Käufer in der EU uninteressant wurden. China konterte daraufhin im letzten Jahr mit dem Gegenzug und erhob auf europäische Fahrzeuge ebenfalls entsprechend hohe Zölle, sodass in China kein Verbraucher mehr ein europäisches E-Auto kaufen wollte.

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Diese festgefahrene Lage brachte jedoch keiner Partei etwas. Und wieder einmal nahmen die Verbraucher wohl den größten Schaden an der misslichen Lage. Deshalb plant die EU nun die Einführung von Mindestpreisen für E-Autos. Damit komme man China entgegen. So können die chinesischen Autohersteller ihre Autos ohne Strafzölle einführen, dürften jedoch einen bestimmten, vorher festgelegten Mindestpreis nicht unterschreiten.

Die chinesischen Hersteller geben die Mindestimportpreise an, machen Auskünfte über die Vertriebswege und zeigen auf, wie sie Subventionierungen, die von mehreren Seiten kommen könnten, ausschließen wollen. Die Autohersteller sollen auch Angaben über geplante Investitionen in der EU machen. China lobt diese Vorgehensweise als Fortschritt. So könnte der Konflikt vielleicht bald beigelegt sein.

(Quellen: Handelsblatt, Elektromobilität, EU)