Züge fahren bald ohne Lokführer – Deutschland testet neue Technik

An einem Gleis in einem Bahnhof steht ein IC oder ICE und hat noch geöffnete Türen. Mehrere Passagiere laufen an dem Gleis entlang. Ein Mann mit einem Rucksack und einem Koffer läuft gerade zu einer der Türen und will offensichtlich in den Zug einsteigen.
Symbolbild © istockphoto/Victor Golmer

Einen Schritt näher kommen wir hierzulande wohl der Zukunft. Denn Deutschland testet derzeit eine neue Technik, mit der es bald möglich sein soll, dass Züge komplett ohne Lokführer fahren.

Willkommen in der Zukunft! Deutschland will die Züge bald ohne Lokführer fahren lassen und testet gerade eine neue Technik, um dies zu ermöglichen.

Erweiterung für die Zukunft: Schon jetzt gibt es autonome Züge

Ganz neu ist die Idee nicht: Hierzulande gibt es nämlich bereits autonome und fahrerlose Bahnen im regelmäßigen Passagierbetrieb. Allerdings fast ausschließlich im städtischen Nahverkehr mit U-Bahnen und S-Bahnen auf klar abgegrenzten Strecken. Dies sind insbesondere die U-Bahnlinien U2 und U3 in Nürnberg oder die Hochbahn „SkyLine“ am Flughafen Frankfurt, die bereits seit Jahrzehnten die Flugpassagiere vollautomatisch befördert.

Im Rahmen des Projekts „Digitale Schiene Deutschland“ läuft in Hamburg seit Ende 2021 ein hochtechnologischer Betrieb mit Teilautomatisierung. Die Züge fahren auf bestimmten Abschnitten vollautomatisch. Aus Sicherheitsgründen sitzt jedoch weiterhin ein Lokführer im Führerstand, der den Betrieb überwacht und im Notfall eingreift.

Deutschland testet neue Technik: Bald sollen auch andere Züge ohne Lokführer fahren

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Auf dem klassischen Fern- und Regionalverkehrsnetz der Deutschen Bahn sind vollautonome Züge im regulären Fahrgastbetrieb bislang nicht unterwegs. Es laufen jedoch intensive Testphasen. Die größte Herausforderung für autonome Züge ist das offene Schienennetz, wo unvorhergesehene Hindernisse wie umgestürzte Bäume oder Personen auftreten können. Hier gibt es allerdings in diesem Monat brandneue Entwicklungen, die hoffen lassen.

Die Deutsche Bahn hat zusammen mit Partnern wie Siemens Mobility und Alstom erfolgreich demonstriert, dass vollautomatisierte, fahrerlose Fahrten im offenen Netz machbar sind. Getestet wurde unter anderem mit einem Siemens Mireo. Das System ermöglicht es dem Zug, sich auf Startbefehl hin komplett selbstständig hochzufahren, alle Sicherheitsfunktionen zu prüfen und fahrerlos aus der Abstellanlage zum Startbahnhof zu fahren. Ausgestattet sind die Züge mit intelligenter Sensorik wie Kameras, Radar und Lidar zur Hinderniserkennung. Der Hersteller Alstom hat Systeme vorgestellt, mit denen sich auch ältere, bereits existierende Regionalbahnen und Loks ohne teure Neuanschaffung für den autonomen Betrieb nachrüsten lassen. Bis zur Alltagstauglichkeit dauert es allerdings noch.

(Quellen: BMWE, DB, Siemens)