1.640 Quadratkilometer: Schatzsuche startet nun in Deutschland

Zu sehen ist eine Baustelle mit schwerem Gerät. Zwei gelbe Bagger und ein gleichfarbiger Kran von der Firma CAT sind in Betrieb. Vereinzelt sind Bauarbeiter in Schutzkleidung abgebildet. Hinter dem Container spritzt einer von ihnen mit Wasser.
Symbolbild

Deutschland soll künftig klimafreundlicher heizen. Dafür startet auf einer Fläche von 1.640 Quadratkilometern eine regelrechte Schatzsuche. Zu finden gilt es dabei jedoch nicht etwa Gold oder Edelsteine, sondern Erdwärme.

Im Ruhrgebiet wurde jüngst ein Areal freigegeben, auf dem die bislang größte Erdwärme-Erkundung Deutschlands startet. Das Potenzial, gerade dort auf den Schatz aus der Tiefe zu stoßen, sei besonders hoch.

Schatzsuche im Ruhrgebiet auf 1.640 Quadratkilometern

Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung ein neues Gesetz zur Energiewende beschlossen, das den Einsatz von Erdwärme bei der Energieversorgung vorantreiben und Genehmigungsverfahren schneller umsetzen soll. Das Erdwärmepotenzial sei in Deutschland hoch, dass es Schätzungen zufolge rund ein Viertel des Wärmebedarfs der Bundesrepublik abdecken könnte. Zudem soll das Gesetz die Erforschung und Erkundung von Erdwärme erleichtern und beschleunigen. Genau das passiert gerade.

Auf 1.640 Quadratkilometern erstreckt sich ein Areal im Ruhrgebiet, das laut Experten vielversprechend ist. An dem Gemeinschaftsprojekt beteiligen sich Unternehmen wie E.ON und Deutsche ErdWärme. Von Oberhausen bis Hamm und von Marl bis Schwerte finden zunächst Messungen mit 2D-Seismik statt. Abhängig von den Daten folgen anschließend 3D-Untersuchungen und Probebohrungen. Die örtlichen Gegebenheiten gelten jedoch als vielversprechend, und die Verantwortlichen sind guter Dinge. Außerdem soll Nordrhein-Westfalen nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Wärmewende leisten, sondern auch als Vorreiter mit gutem Beispiel vorangehen.

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Schatzsuche im Erdinneren birgt Risiken

Umweltverbände und Wasserwirtschaft warnen jedoch vor den möglichen Folgen. So soll etwa in Wasserschutzgebieten oder in Trinkwassereinzugsgebieten keine Geothermie-Forschung oder -Gewinnung stattfinden. Die öffentliche Wasserversorgung werde dadurch zu stark belastet. Trinkwasser gewinnt man jedoch aus weniger tiefen geologischen Schichten, da der Salzgehalt sonst zu hoch wäre. Die tiefe Erdwärme wird indes aus mehr als 400 Metern Tiefe gewonnen.

Neben der Grund- und Trinkwasserversorgung besteht durch die enorm tiefen Bohrungen weiterhin die Gefahr von Erdbeben. Demnach erfordere jedes Projekt vorher eine gründliche Prüfung. Weiterhin versichern die Verantwortlichen, dass statt des höchst umstrittenen Frackings risikoarme Verfahren zum Einsatz kommen. Klimafreundlicher als Erdöl und -gas ist die Geothermie allemal. Ob der Schatz schließlich gefunden wird und wie ergiebig er tatsächlich ist, zeigt die Zukunft.

(Quellen: Geologischer Dienst NRW, Iqony, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)