
Nun stehen erneut rund 100 Läden auf dem Spiel. Die nächste große Modekette landet in der Insolvenz. Vor den Feiertagen mag sich niemand die Konsequenzen ausmalen.
Beim ersten Mal noch erfolgreich abgewendet, sind nun wieder rund 100 Läden in Gefahr. Die nächste Modekette landet in der Insolvenz und kämpft erneut ums Überleben. Viele hoffen auf einen positiven Ausgang.
Zentrale Rolle der Modeketten
Mode ist Ausdruck von Stil, Persönlichkeit und Lebensgefühl. Sie begleitet uns durch Trends, Jahreszeiten und Lebensphasen und spiegelt kulturelle Einflüsse und individuelle Vorlieben wider. Vor allem geht es darum, wie Menschen Kleidung nutzen, um sich zu identifizieren, zu provozieren oder sich einfach wohlzufühlen. In den letzten Jahrzehnten haben Modeketten eine zentrale Rolle gespielt, weil sie Trends schnell zugänglich machen und einheitliche Sortimente über Ländergrenzen hinweg anbieten. Außerdem bieten Modeketten oft eine breite, erschwingliche Auswahl an Mode, die sich an wechselnde Konsummuster anpasst. Leider machen auch Krisen vor der Modebranche nicht halt – genau deshalb landet jetzt die nächste große Modekette in der Insolvenz.
Geringe Umsätze, vermehrte Zurückhaltung und gestiegene Allgemeinkosten
Die Herzog & Bräuer Handels GmbH & Co. KG gehört mit bundesweit rund 100 Filialen zu den führenden Einzelhandelsketen im Segment hochwertiger Unterwäsche. Das Unternehmen beschäftigt derzeit etwa 400 Mitarbeiter und hat seinen Firmensitz in der Kleinstadt Rötha, die ca. 15 Kilometer südlich von Leipzig liegt. Zum Sortiment gehören hochwertige Dessous, Nachtwäsche und Bademode bekannter Marken. Neben den Filialen betreibt das Unternehmen auch einen Outlet-Store mit Waren aus der Vorsaison sowie einen Onlineshop. Bereits 2020 befand sich der Betrieb aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit im Eigenverwaltungsverfahren. Jedoch konnte das Unternehmen damals dank Einsparungen und der Schließung von einigen Filialen gerettet werden, sodass das Verfahren im Jahr 2021 endete.
Das Amtsgericht Leipzig ordnete am 10. November für das Unternehmen nun erneut ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung an. Die wirtschaftliche Krise der großen Modekette hat die deutlich geringeren Umsätze nach der Pandemie wie auch eine vermehrte Zurückhaltung der Kunden und gestiegene Allgemeinkosten zur Ursache. Ziel des Verfahrens ist es, das Unternehmen mit einer klaren Strategie und einer neuen Ausrichtung wieder zu stabilisieren. Als erster Schritt wurde bereits erfolgreich dafür gesorgt, dass die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die Monate November bis Januar durch das Insolvenzgeld gesichert sind. Es bleibt für alle Beteiligten nur zu hoffen, dass die weitere Sanierung schnell und nachhaltig erfolgt.
(Quellen: Insolvenzregister, dpa)














