
Die Unternehmer in Deutschland stehen vor schweren Zeiten, denn immer mehr Firmen gehen insolvent. Nun ist auch ein Weltmarktführer aus Deutschland betroffen. Die vielen Mitarbeiter fragen sich, wie es für sie weitergehen soll.
Die Krise der deutschen Autozulieferindustrie erreicht einen weiteren Höhepunkt: Der Zulieferer Erich Jaeger GmbH aus Hessen hat nun Insolvenz angemeldet. Damit sind weltweit rund 1.000 Arbeitsplätze betroffen, davon etwa 200 in Deutschland.
Krisen spitzen sich zu: Weltmarktführer aus Deutschland insolvent
Das Unternehmen mit Sitz in Friedberg blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1927, entwickelte es sich über Jahrzehnte zu einem international tätigen Spezialisten für Steckverbindungssysteme, insbesondere für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie. Heute ist die Firma mit Produktionsstätten in Deutschland, Mexiko, Tschechien und China weltweit vertreten.
Trotz dieser globalen Aufstellung konnte das Unternehmen den wirtschaftlichen Druck zuletzt nicht mehr abfedern. Als Hauptursachen gelten niedrige Umsätze sowie eine schwierige Marktlage infolge geopolitischer Unsicherheiten. Den Insolvenzantrag hat das Unternehmen beim Amtsgericht Friedberg gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Sanierungsexperte Jan Markus Plathner bestellt. Er analysiert nun gemeinsam mit seinem Team die wirtschaftliche Lage und prüft mögliche Sanierungswege. Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und eine Investorenlösung zu finden.
Zukunft für viele unsicher: Unternehmen will kämpfen
Für die Beschäftigten gibt es zumindest kurzfristig eine gewisse Sicherheit. Die Löhne und Gehälter sind über das sogenannte Insolvenzgeld zunächst abgesichert. Außerdem soll der Betrieb vorerst an allen Standorten weiterlaufen. Der Fall zeigt erneut, wie stark die gesamte Branche unter Druck steht. Die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch: Steigende Kosten, internationale Konkurrenz und eine schwächere Nachfrage setzen Zulieferer besonders stark unter Druck.
Mit Erich Jaeger trifft es nun ein weiteres traditionsreiches Unternehmen, das über Jahrzehnte hinweg als guter Partner der Industrie galt. Ob eine Rettung gelingt, ist derzeit leider offen. Die kommenden Wochen werden demnach entscheidend sein – nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für die rund 1.000 Beschäftigten, die jetzt um ihre Zukunft bangen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redaktion, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Hessenschau, Bild)














