120.000 Stellen: Deutschland droht 2026 weiterer Job-Kollaps

Ein weißes Schild mit schwarzer Beschriftung und einer roten Umrandung. Die Inschrift lautet "Wirtschaftskrise". Das rechteckige Schild ist in einem Industriegebiet an einem grauen Tor befestigt.
Symbolbild © imago/Bihlmayerfotografie

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer anhaltenden Krise. Nach mehreren schwachen Quartalen bleibt der erhoffte Aufschwung vorerst aus. Deutschland droht wohl auch 2026 ein weiterer Job-Kollaps.

Hohe Energiepreise, globale Unsicherheiten und eine verhaltene Nachfrage im In- und Ausland belasten die Unternehmen. Zwar gibt es in einzelnen Bereichen leichte Stabilisierungstendenzen, doch ein kräftiger Aufschwung ist nicht in Sicht. Viele Betriebe agieren vorsichtig, verschieben Projekte oder reduzieren Kapazitäten.

Deutschland droht 2026 weiterer Job-Kollaps

Auch für 2026 zeichnet sich keine grundlegende Entspannung ab. Nach aktuellen Einschätzungen könnte der Stellenabbau weitergehen, insbesondere in industriegeprägten Bereichen. Unternehmen prüfen demnach zusätzliche Sparmaßnahmen, um Kosten zu senken und wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Beschäftigte bedeutet das wachsende Unsicherheit. Befristete Verträge könnten auslaufen, Neueinstellungen verschoben und Standorte neu bewertet werden. Zudem steigt der Druck auf verbleibende Mitarbeiter, wenn Aufgaben neu verteilt werden. Arbeitsmarktexperten rechnen damit, dass sich der Anpassungsprozess noch über das kommende Jahr hinausziehen kann. Damit drohen nicht nur individuelle Einschnitte, sondern auch strukturelle Veränderungen in einzelnen Regionen und Branchen.

Lesen Sie auch
Nach fast 50 Jahren: Traditionsgeschäft schließt in Großstadt

Kaum Aufschwung in Sicht: Jobabbau verschärft sich

Dass die wirtschaftliche Schwäche tiefe Spuren hinterlässt, zeigen aktuelle Erhebungen. Nach einer Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer unter 26.000 Unternehmen bleibt die Situation in weiten Teilen der Wirtschaft angespannt. Eine spürbare Erholung sei bislang nicht erkennbar. Zahlreiche Betriebe berichten von zurückhaltenden Investitionen und unsicheren Perspektiven. Die Umfrage deutet darauf hin, dass die Schwäche nicht nur einzelne Branchen betrifft, sondern sich durch viele Wirtschaftsbereiche zieht.

Wie stark die Industrie bereits betroffen ist, verdeutlichen zudem Berechnungen der EY. Auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamtes kommt die Beratungsgesellschaft zu dem Ergebnis, dass 2025 rund 124.000 Arbeitsplätze in Industriebetrieben mit mindestens 50 Beschäftigten weggefallen sind. Damit sank die Zahl der dort Beschäftigten auf etwa 5,38 Millionen, was einem Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Stellenabbau fiel damit deutlich stärker aus als 2024 und markiert eine Verschärfung der Entwicklung.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, EY, DIHK, DIW, Ifo-Institut)