136-jährige Traditionsklinik insolvent – 3.000 Mitarbeiter betroffen

Intensivstation im Krankenhaus. Einen Notstand gibt es derzeit in den Karlsruher Krankenhäusern. In den Betten im Krankenhaus befinden sich gar keine Patienten. Außerdem sind weder Personal noch Ärzte da.
Symbolbild © istockphoto/Akiromaru

Eine 136 Jahre alte Traditionsklinik ist insolvent. Von der Pleite sind nicht nur die 3.000 Mitarbeiter betroffen. Auch die Bürger machen sich jetzt Sorgen, wie es mit ihrer medizinischen Versorgung aussehen wird.

Dieses Beispiel zeigt, was für drastische Folgen die Planung der Bundesregierung haben kann und noch haben wird. Eine Traditionsklinik, die bereits 136 Jahre zählt, ist insolvent. Nicht nur die Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Zukunft.

„Wird weitreichende Folgen haben“: Experten warnen vor den Sparmaßnahmen der Bundesregierung

In aller Munde ist derzeit das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Zum einen bei der Bundesregierung, die sich von diesem großen Maßnahmenpaket Einsparungen in Milliarden-Höhe für die Krankenkassen erhofft. Zum anderen bei der Bevölkerung und bei all denjenigen, die es sonst noch betrifft. Auch Experten laufen bereits Sturm und haben vorhergesagt, dass durch die Verabschiedung dieses Gesetzes schwerwiegende Konsequenzen auf Deutschland zukämen, die nicht mehr rückgängig zu machen seien. Ursprünglich sollte die Abstimmung über das Gesetz am 26. Juni stattfinden, wurde jedoch auf den 1. Juli verschoben. Dies zeigt wohl einmal mehr die Brisanz dieses Themas.

Alte Traditionsklinik insolvent: Nach 136 Jahren trifft sie eine schwere Krise

Zwar hatte man in Expertenkreisen und auch in der Politik mit Schließungen von Kliniken gerechnet. Von derzeit 1.700 Kliniken sollen ca. 700 dichtmachen und das sei auch gut so. Denn so würden Kliniken, die gar keinen echten Mehrwert für Patienten liefern würden, schließen und somit alle anderen entlasten. Zudem sei die Versorgung der Patienten durchaus gewährleistet. Die jetzige Insolvenz des Stuttgarter Marienhospitals zeigt jedoch, dass allein bei der Ankündigung eines solchen Gesetzes nicht absehbar ist, wen es trifft. Und es wird noch weitere große und renommierte Kliniken treffen, so die Experten.

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Nun müssen ca. 3.000 Angestellte erst einmal mit dieser Hiobsbotschaft fertig werden. Ca. 20.000 Patienten versorgt das Krankenhaus jedes Jahr. Für diese soll sich erst einmal auch nichts ändern. Das zuständige Amtsgericht hat die Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Die Gründe für die drohende Zahlungsunfähigkeit sind zum einen die gestiegenen Kosten für Material und Personal. Aber auch die angekündigten Kosten-Deckelungen, die das Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit sich bringen soll, sorgen für die ersten Folgen. Deshalb hoffen alle Betroffenen, dass die Regierung doch noch einlenkt.

(Quellen: BILD, Vinzenz von Paul Kliniken gGmbH, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)