16000 Anfragen: Bewerberanstürme auf die deutsche Bundeswehr

Uniformierte Soldaten der deutschen Bundeswehr laufen im Gleichschritt. Die vorderen Reihen tragen Flaggen. Es sind nur Männer und keine Frauen unter den Soldaten zu sehen. Im Hintergrund befinden sich Zuschauer und ein Panzer.
Symbolbild © imago/ Björn Trotzki

Die Bundeswehr verzeichnet derzeit einen deutlichen Anstieg an Neueinstellungen. Die Anfragen nach neuen Jobs nehmen nicht ab, es gab in den letzten Monaten regelrechte Bewerberanstürme.

Ein Job bei der deutschen Bundeswehr scheint aktuell attraktiver denn je zu sein. Zumindest belegen das die Bewerberzahlen, die das Bundesministerium für Verteidigung offengelegt hat.

Bewerbungen bei der Bundeswehr nehmen zu

Der Plan der Bundesregierung, den Wehrdienst attraktiver zu gestalten, geht scheinbar auf. Zum Jahreswechsel gab es einige Neuerungen bei der deutschen Bundeswehr. Ein Wehrsold von 2.300 Euro netto, Berufsförderung oder auch die Bezuschussung zum Erwerb des Führerscheins locken tatsächlich mehr Freiwillige. Neben Männern und Frauen seien zudem auch trans-, inter- und nichtbinäre Personen sowie Menschen mit Migrationshintergrund bei der Bundeswehr willkommen. Wobei es festzuhalten gilt, dass junge Männer dazu verpflichtet sind, einen Fragebogen vor der Musterung auszufüllen. Alle anderen Personengruppen tun dies auf freiwilliger Basis. Auch soll es wieder verpflichtende Musterungen geben. Allerdings greift diese Klausel erst ab dem 1. Juli 2027. Dennoch stieg die Zahl der Bewerber bislang in diesem Jahr rasant an.

Mehrere Tausend Anfragen bei der Bundeswehr

Laut den Angaben des Bundesministeriums für Verteidigung bewarben sich bis Ende Februar 2026 rund 16.100 Menschen für eine militärische Laufbahn. Das sind etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese Tendenz zeichnet sich auch in den Neueinstellungen ab. Demnach traten allein im Februar etwa 5.300 neue Soldaten ihren Dienst an – was ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Februar 2025 darstellt. Ende August 2025 gab es rund 12.000 Personen, die freiwillig dienten. Derzeit seien es 13.400 Personen, die freiwillig ihren Wehrdienst leisten oder kurz dienende Zeitsoldaten sind.

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Jedoch weist das Verteidigungsministerium darauf hin, dass es in jedem Jahr saisonale Schwankungen gibt. Diese seien auch 2026 zu erwarten. Erfahrungsgemäß beenden im Frühjahr viele Soldaten planmäßig ihre Dienstzeit für eine Ausbildung, ein Studium oder einen zivilen Beruf. Erhöhte Anfragen bezüglich der Grundausbildung gebe es erst in der zweiten Jahreshälfte wieder. Laut der Bundeswehr gibt es momentan etwa 186.200 aktive Soldaten, was 3.600 mehr als im Vorjahr sind. Bis Mitte 2030 will die Bundesregierung auf eine Mannschaftsstärke von 260.000 kommen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Bundesverteidigungsministerium, AFP, Reuters, Spiegel)