180 Euro mehr: Krankenversicherung soll wohl teurer werden

Gesundheitskarte mit Geldscheinen.
Symbolbild © istockphoto/Lothar Drechsel

In Deutschland sollen Bürger 180 Euro mehr für die Krankenversicherung zahlen. Besonders bei einem höheren Einkommen werden höhere Beiträge gefordert.

Eine Nachricht sorgt derzeit für beträchtliche Aufmerksamkeit: Es gibt Behauptungen, dass die Beiträge zur Krankenversicherung für Arbeitnehmer möglicherweise steigen könnten. Aber warum genau sollen Bürger 180 Euro mehr für die Krankenversicherung bezahlen? Die Begründung hat mit einem Vorschlag der Grünen und SPD zu tun, den die FDP energisch ablehnt.

Höheres Einkommen bedeutet höhere Kosten für die Krankenkasse

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Dagmar Schmidt, hat in einem Interview deutlich gemacht, dass sie eine „deutliche Anhebung der Grenze, bis zu der Arbeitnehmer prozentuale Versicherungsbeiträge zahlen müssen“, fordert. Das würde bedeuten, dass die Höchstgrenze, bis zu der Arbeitnehmer prozentuale Versicherungsbeiträge leisten, auf bis zu 7.300 Euro erhöht werden könnte. Vor allem gut verdienende Arbeitnehmer würden die Auswirkungen dieser Erhöhung zu spüren bekommen.

Eine übersichtliche Tabelle veranschaulicht die möglichen zusätzlichen Kosten für Versicherte. Gemäß dieser Tabelle könnte der monatliche Krankenversicherungsbeitrag für besonders gut verdienende Arbeitnehmer von derzeit knapp 404 Euro auf 591 Euro steigen, was einem Anstieg von etwa 187 Euro entspricht. In der gesetzlichen Krankenversicherung basiert das Prinzip auf Solidarität. Das bedeutet, dass Personen mit höherem Einkommen auch höhere Beiträge für die Krankenversicherung leisten. Der Beitrag des Arbeitnehmers beträgt 7,3 Prozent des Bruttogehalts, zuzüglich eines individuell festgelegten Zusatzbeitrags, den jede Krankenkasse erhebt. Im Jahr 2023 liegt dieser durchschnittlich bei 1,6 Prozent.

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FDP lehnt die Erhöhung der Obergrenze für die Beiträge ab

Während die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) die Anhebung der Höchstgrenze für die Beitragsgrenze als gerechte Maßnahme zur Entlastung von Personen mit niedrigerem Einkommen betrachtet, lehnt die Freie Demokratische Partei (FDP) diese Idee entschieden ab. Andrew Ullmann, der Sprecher für Gesundheitspolitik in der FDP-Bundestagsfraktion, bezeichnet den Vorschlag als „unvorteilhaft und unfair“. Er ist der Meinung, dass die Beitragshöhe nicht anhand des Einkommens festgelegt werden sollte. Zudem argumentiert er, dass das Solidaritätsprinzip der Krankenversicherung darauf abziele, verschiedene Gesundheitsrisiken auszugleichen, nicht aber Einkommensunterschiede zu berücksichtigen.

Ob der Vorschlag letztendlich umgesetzt wird, ist noch ungewiss. Die Koalitionsregierung, bestehend aus SPD, Grünen und FDP, diskutiert darüber. Allerdings scheint die FDP wenig Interesse an diesem Vorstoß zu zeigen. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Debatte entwickelt und ob die Krankenversicherung tatsächlich teurer wird.