200 Euro für Millionen Bürger – doch kaum jemand holt sich den Zuschuss

Die Hand einer Person hält mehrere Geldscheine, die zu einem Fächer geformt sind. Es sind 100-Euro-Scheine und 200-Euro-Scheine zu sehen. Im Hintergrund ist unter anderem ein 50-Euro-Schein zu sehen.
Symbolbild © imago/photo2000

Es ist kaum zu glauben, aber ein Zuschuss von 200 Euro, der Millionen Bürgern zusteht, wird einfach nicht abgeholt. Dabei steht er vielen zu und könnte den Betroffenen das Leben deutlich erleichtern.

Dieser Zuschuss von 200 Euro ist gedacht für Menschen, die finanzielle Unterstützung benötigen. Betroffen davon sind Millionen Bürger. Das Verwunderliche daran ist jedoch, dass ihn viele gar nicht in Anspruch nehmen. Dabei ist die Antragstellung nicht kompliziert.

200 Euro: Wer sie automatisch bekommt und wer einen Antrag stellen muss

Bis auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen hat in den anderen dreizehn Bundesländern die Schule nach den Sommerferien bereits wieder begonnen. Mit dem neuen Schuljahr gibt es in diesem Jahr über 800.000 Einschulungen. Knapp neun Millionen Kinder und Jugendliche gehen derzeit in Deutschland auf allgemeinbildende Schulen. Rund 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche haben dabei Anspruch auf das Geld für den Schulbedarf, das pro Jahr 195 Euro beträgt. Zum neuen Schuljahr gibt es 130 Euro, zum Halbjahr im Februar noch einmal 65 Euro dazu. Wer Bürgergeld bzw. ab dem 1. Juli Grundsicherung bezieht, bekommt das Geld automatisch mit dem Monatsbetrag ausgezahlt. Es gibt jedoch noch weitere Anspruchsberechtigte, die den Betrag nicht automatisch bekommen.

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Für diesen Zuschuss gibt es Millionen weitere Anspruchsberechtigte

Einen Anspruch auf den Zuschuss zum Schulbedarf haben jedoch auch Kinder, deren Eltern Kinderzuschlag, Wohngeld oder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz bekommen. Über eine Million Eltern bekommen Kinderzuschlag, Hunderttausende Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz. Doch genau diese beiden Gruppen wissen oftmals gar nicht, dass ihnen das Geld zusteht. Denn sie müssen den Schulbedarf extra bei der zuständigen Stadt beantragen. Sie bekommen ebenfalls 195 Euro für ein Schuljahr und müssen immer zum Halbjahr hin den entsprechenden Antrag stellen.

Aus Unwissenheit rufen viele jedoch den Zuschuss gar nicht ab. Dabei könnte dieser sie ebenfalls deutlich entlasten. Gerade wenn eine Einschulung ansteht, bedeutet dies einen erheblichen finanziellen Mehraufwand. Das neue Schulkind benötigt die Grundausstattung sowie neue Schulmaterialien. Deshalb sollten sie laut Experten unbedingt den Antrag stellen und fristgerecht abgeben.

(Quellen: Bundesregierung, Bundesfamilienministerium, Bundesagentur für Arbeit)