2000 Mitarbeiter betroffen: Kult-Spielwarenhändler geht insolvent

Das Innere eines Geschäfts mit verschiedenen Spielwaren und Haushaltsartikeln. Im Vordergrund Kuscheltiere, Geschenkpapier und Spielzeugautos. Im Hintergrund einige Kunden, die auf der Suche nach Waren sind.
Symbolbild © imago/imagebroker

Der unaufhaltsame Niedergang im stationären Handel erreicht einen weiteren Giganten. Ein Kult-Spielwarenhändler ist jetzt insolvent. Somit finden sich fast 2.000 Mitarbeiter vor einer ungewissen Zukunft wieder.

Die Konsumkrise im Einzelhandel fordert ein weiteres prominentes Opfer, nämlich eine der bekanntesten Adressen für Spielzeug in Deutschland. Dieser Kult-Spielwarenhändler mit über 100 Filialen ist jetzt insolvent.

104 Filialen, 1.970 Jobs: Vom Spielzeugparadies in die Insolvenz

Wer erinnert sich nicht daran, hier den ersten großen Lego-Baukasten geschenkt bekommen, den Teddybären für die Nichte ausgesucht oder stundenlang vor den Regalen mit Gesellschaftsspielen gestanden zu haben? Doch diese vertrauten Erinnerungen bekommen nun einen bitteren Beigeschmack. Denn eine der wichtigsten Anlaufstellen für Kinderglück in Deutschland steht am Abgrund. Der Grund: Der insolvente Kult-Spielwarenhändler ROFU Kinderland hat beim Amtsgericht Idar-Oberstein ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Somit ordnete das Gericht am 19. Januar 2026 das vorläufige Insolvenzverfahren an und besiegelte damit den finanziellen Kollaps eines jahrzehntealten Familienunternehmens. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft, die anhaltende Konsumflaute, explodierende Kosten in der Lieferkette und ein gnadenloser Wettbewerb trieben das Unternehmen in die Knie.

Die Dimension ist dabei enorm: Das Unternehmen mit Sitz in Hoppstädten-Weiersbach (Rheinland-Pfalz) betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern. Rund 1.970 Mitarbeiter bangen indessen um ihre Jobs. Die Gehälter sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Zudem sollen der Betrieb in allen Märkten sowie der Online-Shop vorerst weiterlaufen. In der sogenannten Eigenverwaltung bleibt die alte Geschäftsführung zwar zunächst an Bord, wird aber von einem Sanierungsexperten unterstützt. Eine vom Gericht bestellte Sachwalterin überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger.

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ROFU Kinderland, seit über 40 Jahren ein fester Name für Spielwaren, Bücher, Bastelsets und Co., will sich jetzt in letzter Minute neu erfinden. Der Plan sieht einen Fokus auf den stationären Handel als Kern der Marke vor, kombiniert mit einem optimierten Onlineauftritt. Prozesse und Flächennutzung sollen radikal verschlankt, die Zusammenarbeit mit Lieferanten intensiviert werden.

Parallel läuft die hektische Suche nach einem Retter. Ob der Plan aufgeht und der vertraute Spielwarenhändler die Krise übersteht, ist jedoch mehr als ungewiss. Für die fast 2.000 Beschäftigten und unzählige Kunden beginnt eine Zeit der Ungewissheit, in der die Zukunft eines Stücks deutscher Einkaufskultur auf dem Spiel steht.

(Quellen: Insolvenzregister, dpa)