22.000 Jobs weg – Bosch zahlt hohes Bonus-Geld an Arbeiter aus

Ein Geschäftsstandort der Firma Bosch. Am Eingang des Bürogebäudes wehen fünf Fahnen im Wind. Dunkle Wolken ziehen über die Geschäftsstelle des Konzerns.
Symbolbild © imago/Sven Simon

Das kommt für viele Menschen sicher überraschend. Denn Bosch zahlt ein hohes Bonus-Geld an seine Mitarbeiter aus – und das, obwohl mittlerweile ganze 22.000 Jobs bedroht sind.

Bei Bosch gab es massive Einschnitte. Insgesamt sind 22.000 Jobs bedroht. Dennoch zahlt das Unternehmen ein hohes Bonus-Geld an seine Angestellten aus.

Die Arbeiter bekommen einiges extra

Während derzeit tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, gibt es dennoch Bonus-Geld bei dem Technologiekonzern Bosch. Allerdings fällt dieses geringer aus als noch in den letzten Jahren. Diese Entwicklung zeigt, wie widersprüchlich die Lage beim Unternehmen derzeit ist. So zahlte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 54.000 Beschäftigten eine Prämie. Im Durchschnitt lag diese bei etwa 42 Prozent eines Monatsgehalts. Je nach Position sind das etwa 1.500 bis 2.400 Euro – Kosten, die sich insgesamt auf 121 Millionen Euro belaufen. Immerhin: Im Vergleich zu früheren Jahren fällt das Bonus-Geld etwas geringer aus. In wirtschaftlich besseren Zeiten konnten Beschäftigte teilweise mehrere Tausend Euro mehr bekommen.

Die Zeiten bei Bosch sind dennoch alles andere als rosig. Denn das Unternehmen plant einen drastischen Stellenabbau. Allein in Deutschland sollen rund 22.000 Arbeitsplätze wegfallen. Besonders betroffen davon ist die Autozulieferer-Sparte. Die Maßnahme betrifft zahlreiche Standorte und soll größtenteils über Abfindungen, Altersteilzeit oder freiwillige Programme umgesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen will man vermeiden.

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Es steht nicht gut um die Industrie

Denn obwohl Bosch noch Bonus-Geld zahlt, kämpft das Unternehmen mit dem tiefgreifenden Strukturwandel der Automobilindustrie. Wie viele andere Zulieferer sinkt die Nachfrage in den klassischen Geschäftsfeldern, und gleichzeitig muss man in neue Technologien investieren. Insbesondere der Wandel hin zur Elektromobilität verändert die gesamte Branche grundlegend. Für neue Antriebstechnologien werden deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt als für klassische Verbrennungsmotoren.

Hinzu kommt, dass sich die wirtschaftliche Lage zuletzt deutlich verschlechtert hat. Der operative Gewinn des Unternehmens ist stark eingebrochen und lag zuletzt rund 45 Prozent unter dem Wert des Jahres zuvor. Zudem wächst der Druck durch internationale Konkurrenz, insbesondere aus China, und auch geopolitische Unsicherheiten spielen eine Rolle. Trotz des Bonus-Geldes für die Mitarbeiter sieht es also nicht wirklich rosig aus.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, stuttgarter-zeitung.de, kununu.com)