300 Mitarbeiter: Deutsche Traditionsfirma landet in der Insolvenz

Ein junger Bediener montiert eine Maschine in einer modernen Hightech-Fabrik und arbeitet in der Produktion von Schaltschränken für Industrieanlagen. Umgeben von präzisen Werkzeugen und hochautomatisierten Anlagen, spiegelt die Szene den Einsatz modernster Technologie und handwerklicher Expertise wider. Die Arbeitsumgebung ist sauber und organisiert. Eine weitere Traditionsfirma landet in der Insolvenz.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Es ist ein Schicksalsschlag für den gesamten Betrieb. Nach Jahrzehnten landet diese Traditionsfirma in der Insolvenz. Die über 300 Mitarbeiter wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Die Gründe für die frustrierende Insolvenz dieser Traditionsfirma zeigen einerseits, wie sehr mittelständische Unternehmen derzeit zu kämpfen haben. Andererseits ist sie ein weiterer Indikator für die große Krise in Deutschland. Und zwar in einem Bereich, in dem wir eigentlich stets die Position des Vorreiters innehatten.

Riesige Krise einer der essenziellen deutschen Branchen fordert ihr nächstes Opfer

Über 300 Mitarbeiter bangen jetzt um ihre Jobs. Doch in der letzten Woche zog man schließlich die Konsequenzen und musste diesen unliebsamen Schritt gehen. Die 1992 in Furth im Wald gegründete Traditionsfirma meldete am vergangenen Donnerstag offiziell ihre Insolvenz an. In den 90er-Jahren wuchs man hier zu einem der gefragtesten Elektronik-Fertigungsdienstleister im europäischen Raum an. Der Mittelständler spezialisierte sich schließlich auf die Herstellung elektronischer Baugruppen und war ein wichtiger Zulieferer für die Automobil-, Medizin- und Industriebranchen. Noch im letzten Jahr gehörte man mit einem Umsatz von 136,5 Millionen Euro zur ersten Liga im Bereich der Elektronikfertigung. Doch wie viele Zulieferer hat auch Deltec unter der deutschen Autokrise zu leiden.

Lesen Sie auch
Aus: Neue Regel soll kommen - Kein Geld mehr bei Krankmeldung

Die massiven Umstrukturierungen in der Branche haben Deutschland in eine tiefe Krise geführt. Der Übergang zur Elektromobilität, steigende Materialkosten und die anhaltenden Lieferengpässe setzen viele traditionelle Zulieferer unter enormen Druck. Für Deltec bedeutete das weniger Aufträge und zunehmend stagnierende Umsätze. Besonders die Umstellung auf neue Technologien und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Schlüsselkomponenten haben das Unternehmen stark belastet. Die Traditionsfirma, die einst mit Stolz auf ihre Innovationskraft setzte, sieht sich von der Entwicklung überrollt und muss nun der Insolvenz in die Augen sehen. Die Auswirkungen sind dramatisch – vornehmlich für die 335 Mitarbeiter und ihre Familien. Hunderte von Menschen, die einfach nicht wissen, wie es jetzt weitergehen soll.

Die unaufhaltsame Welle könnte schon bald weitere Zulieferer treffen

Für viele bedeutet das nicht nur den Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch ein existenzielles wirtschaftliches Risiko für ihre Familien. In einer Region, die von mittelständischen Unternehmen lebt, könnten die Auswirkungen sogar noch weitreichender sein. Und während die Traditionsfirma Deltec selbst in der Insolvenz versinkt, bleibt die Frage offen, wie viele weitere Zulieferer aus der Region und der Branche wohl noch folgen werden. Wir hoffen auf bessere Zeiten.