35 Millionen Euro für die Schweinepest – und kein Ende in Sicht

Zwei Personen in Vollschutz stehen am Eingang eines Flugzeuges und überwachen die an Bord befindlichen Passagiere. Diese Passagiere befanden sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes zum Zeitpunkt des Hantavirus-Ausbruch.
Symbolbild © imago/ANP

Die Afrikanische Schweinepest verursacht in Nordrhein-Westfalen immer höhere Kosten. Seit dem ersten bestätigten Ausbruch im vergangenen Jahr hat das Land nach eigenen Angaben bereits rund 35 Millionen Euro für die Bekämpfung der Tierseuche ausgegeben.

Das Geld fließt vor allem in die Eindämmung der Seuche. Hunderte Kilometer Schutzzäune sollen verhindern, dass infizierte Wildschweine das Virus in weitere Regionen tragen. Zusätzlich suchen Drohnenteams, speziell ausgebildete Hunde und Einsatzkräfte große Waldgebiete nach verendeten Tieren ab.

Millionenkosten für die Bundesländer im Kampf gegen die Seuche

Auch die Jagd nimmt eine zentrale Rolle ein. In den betroffenen Gebieten sollen die Wildschweinbestände deutlich reduziert werden, damit sich das Virus langsamer ausbreitet. Dafür unterstützt das Land die Jägerschaft finanziell. Gleichzeitig gelten in den Sperrzonen strenge Vorschriften für Landwirte, Jagdausübungsberechtigte und Waldbesucher.

Nach Angaben der Behörden wurden inzwischen mehr als 800 infizierte Wildschweine nachgewiesen. Die meisten Fälle konzentrieren sich auf die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und den Hochsauerlandkreis. Zwar sehen die Verantwortlichen erste Erfolge bei der Eindämmung, Entwarnung geben sie jedoch nicht. Solange das Virus in der Wildschweinpopulation zirkuliert, bleibt das Risiko einer weiteren Ausbreitung bestehen.

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Einschränkungen und Schäden nehmen immer weiter zu

Für Verbraucher gibt es allerdings eine wichtige Nachricht: Die Afrikanische Schweinepest stellt keine Gefahr für den Menschen dar. Weder der Verzehr von Schweinefleisch noch der Kontakt mit Lebensmitteln führt zu einer Ansteckung. Für Haus- und Wildschweine verläuft die Viruserkrankung dagegen fast immer tödlich. Genau deshalb lösen neue Ausbrüche regelmäßig weitreichende Schutzmaßnahmen aus.

Neben den direkten Kosten für Zäune, Suchtrupps und Einsatzkräfte entstehen auch erhebliche wirtschaftliche Schäden. Landwirte müssen Einschränkungen hinnehmen, Jagdreviere unterliegen besonderen Auflagen und in den betroffenen Regionen fallen zusätzliche Verwaltungs- und Kontrollkosten an. Wie hoch die Gesamtrechnung am Ende ausfallen wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Fest steht jedoch: Solange die Seuche nicht unter Kontrolle ist, dürfte der finanzielle Aufwand weiter wachsen.

(Quellen: Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, Friedrich-Loeffler-Institut)