
In Deutschland sind aktuell fast 5,7 Millionen Menschen überschuldet. Besonders alarmierend: Die Zahl steigt. Warum viele in die Schuldenfalle geraten, wie die finanziellen Probleme auf die Psyche wirken und was Betroffenen helfen kann.
Wer ernsthafte Geldprobleme hat, ist damit nicht allein. Millionen Erwachsene in Deutschland kämpfen mit zum Teil hohen Schulden.
Überschuldung: Wenn das Geld die Psyche belastet
Geld ist ein Stressfaktor ‒ darüber sind sich Fachleute einig. Untersuchungen belegen, dass finanzielle Sorgen oftmals mit einem höheren Risiko für psychische Erkrankungen assoziiert werden. Das verwundert wenig: Wenn sich der Alltag um Geldsorgen kreist, kann es zu Schlafproblemen, Unruhe und Gereiztheit kommen. Wer auf jeden Euro achten muss, isoliert sich zudem womöglich, etwa aus Scham. Die Einsamkeit wächst, denn oftmals sind bei hohen Schulden auch Restaurantbesuche und bestimmte Freizeitaktivitäten nicht immer realisierbar. Auswertungen zeigen, dass auch hierzulande immer mehr Menschen mit finanziellen Problemen zu tun haben.
5,7 Millionen Erwachsene sind bereits überschuldet
In Deutschland kämpfen rund 5,7 Millionen Erwachsene mit einer Überschuldung. Die alarmierende Zahl stammt aus einer aktuellen Studie des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (iff). Die Daten belegen auch, dass sich der Anteil der Betroffenen insgesamt erhöht hat: Im Vergleich zu 2024 gab es einen Zuwachs von etwa 110.000 Personen. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, doch am häufigsten lösen gesundheitliche Probleme die finanzielle Krise aus. Direkt danach folgen Arbeitslosigkeit und verringerte Arbeitszeiten.
Wer sich selbstständig macht und erfolglos bleibt, ist ebenfalls oftmals betroffen. Im Durchschnitt drückt die Betroffenen eine Last von gut 19.000 Euro. Besonders dramatisch ist die Lage für Alleinerziehende: Sie sind von dieser Entwicklung überproportional stark betroffen. Weil es sich um eine belastende Situation handelt, empfehlen Experten eine professionelle Schuldnerberatung. Es kann unter anderem geprüft werden, ob Ratenzahlungen und Stundungen möglich sind und ob bestimmte Forderungen vielleicht schon verjährt sind. Zudem hilft es, einen Kassensturz zu machen, um alle Ausgaben stets im Blick zu behalten. Auch das offene Sprechen über die finanziellen Sorgen mit einer Vertrauensperson oder mit einem professionellen Therapeuten schafft Entlastung.
(Quellen: iff, Deutschlandfunk)














