Deutschland ist ein Land mit viel Natur. Bürger schätzen die vielen Wälder zum Spazierengehen und für die Erholung. Nun soll mitten in Deutschland ein Urwald entstehen, in den Menschen nicht eingreifen dürfen.
Der Wald ist ein beliebter Ort für eine Auszeit, Sport oder zum Gassigehen. Weltweit verschwinden jedoch zahlreiche Flächen. Deutschland möchte gegensteuern.
Mehr Natur: Darum soll mitten in Deutschland ein Urwald entstehen
In Deutschland bedecken Wälder nach NABU-Informationen rund 11,1 Millionen Hektar und machen damit etwa ein Drittel der Landesfläche aus. Weltweit gibt es ungefähr vier Milliarden Hektar Wald. Ursprünglich dominierten hierzulande Laubwälder, vor allem Buchen. Doch durch intensive Nutzung und spätere Aufforstung überwiegen heute Nadelbäume wie Fichte und Kiefer.
Der Wald in Deutschland gehört überwiegend Privatpersonen, außerdem den Bundesländern, Kommunen und zu kleinen Teilen dem Bund sowie ehemaligen Treuhandflächen. Bäume können sehr unterschiedliche Größen und Lebensalter erreichen, wobei heimische Arten meist unter 50 Meter bleiben. Sequoias und Eukalyptusbäume können dagegen Rekordhöhen und Lebensdauern erzielen. Doch der Wald in Deutschland steht auch vor Herausforderungen.
Mitten in Deutschland soll ein Urwald entstehen: Das plant ein deutsches Bundesland
Denn trotz verbesserter Luftreinhaltepolitik sind viele Wälder weiterhin belastet, was sich unter anderem in zunehmender Kronenverlichtung und einem insgesamt schlechten Waldzustand zeigt. Nach Daten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sind rund 80 Prozent der Bäume geschädigt, vor allem durch anhaltende Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall. Übrigens kehren zwischenzeitlich immer mehr Wölfe in deutsche Wälder zurück, zum Beispiel in den Schwarzwald.
Nun lässt die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen große Waldflächen bewusst verwildern, damit sich die Natur ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann. Allein an der niederländischen Grenze entstehen 800 Hektar neuer Urwald, in dem weder Bäume gefällt noch Totholz entfernt wird. Das Projekt ist Teil eines landesweiten Programms, das inzwischen rund 2.600 Hektar Wildnis umfasst. Ziel ist es, bedrohten Tierarten wie Wildkatzen, Käfern, Vögeln und Fledermäusen wieder geeignete Lebensräume zu bieten. Langfristig sollen etwa 15 Prozent des NRW-Waldes sich selbst überlassen bleiben, um die Artenvielfalt nachhaltig zu stärken.
(Quellen: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, NRW Landesregierung, NABU)