Abbau: ARD-Traditionssender werden abgesetzt nach Jahrzehnten

Das Gebäude der ARD und des Bayerischen Rundfunks in München. Jetzt werden gleich drei Traditionssender der ARD nach mehreren Jahrzehnten abgesetzt.
Symbolbild © istockphoto/Anne Czichos

Während um die Höhe des Rundfunkbeitrags noch gestritten wird, machen sich ARD und ZDF an den Abbau. Gleich drei ARD-Traditionssender werden nach Jahrzehnten abgesetzt. Und das ist noch längst nicht der ganze Plan.

Die Zuschauer dreier ARD-Traditionssender werden künftig auf diese verzichten müssen, denn nach Jahrzehnten werden sie abgesetzt. Und diese Maßnahme ist erst der Anfang eines größeren Vorhabens.

Bereits angekündigt: GEZ muss Einsparungen treffen – erste Maßnahmen

Auf der einen Seite wollen die Bürger keine höheren GEZ-Beiträge zahlen. Dies haben die Ministerpräsidenten im vergangenen Jahr genauso gesehen und verweigerten ihre Zustimmung. Auf der anderen Seite steht die GEZ, die sich Sorgen um ihre Einnahmen macht. Nach den gestiegenen Kosten für Personal, Energie und andere Posten sehen die Sender ihre Finanzen in Gefahr. Deshalb hatten sie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, massive Sparmaßnahmen planen und umsetzen zu wollen.

Erste Streichungen von Sendern hat es bereits gegeben. Auch Serien fanden sehr zum Leidwesen der Zuschauer ein jähes Ende. Aber das reicht wohl noch nicht. Zudem gehe es auch nicht nur ums Sparen, sondern um die Ausrichtung in die Zukunft.

ARD-Traditionssender abgesetzt: Das erwartet die Zuschauer nun

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Welche Sender es nicht in die Zukunft schaffen, entscheiden indirekt auch die Zuschauer. Wenn sie nicht mehr einschalten, lohnt sich auch das Senden nicht mehr. Allgemein haben die Verantwortlichen der Öffentlich-Rechtlichen die Lage erkannt. Immer mehr Menschen schauen kein klassisches Fernsehen mehr, sondern wechseln zu den Mediatheken und Streamingdiensten. Zudem fühlen sich jüngere Menschen nicht von den derzeitigen Programmen angesprochen.

Genau an diesen Punkten wollen ARD und ZDF nun arbeiten. Die drei ARD-Traditionssender Tagesschau24, One und ARD-alpha werden zum Ende dieses Jahres abgesetzt. Beim ZDF soll es keine Einsparungen geben. Allerdings gibt es die Sender ZDFneo und ZDFinfo künftig nicht mehr in der gewohnten Form. Mit dem Wegfall des Zusatzes „ZDF“ zeichnen sich künftig nicht nur beide Sender für die Inhalte verantwortlich, sondern auch die Inhalte ändern sich. Während auf neo künftig junge Menschen angesprochen werden sollen, bleibt info ein linearer Dokumentationskanal. Auf dem Sender Phoenix soll es künftig keine Dokumentationen, sondern nur noch politische Themen, Hintergrundberichte und Analysen geben. Zudem wolle man künftig die Sender bündeln und vermehrt auf digitale Inhalte setzen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, DWDL)