
Die Europäische Zentralbank hat derzeit alle Hände voll zu tun. Neben der Planung des digitalen Euros soll nun auch das Bargeld überarbeitet werden. Die Neuerung betrifft sämtliche Euro-Länder.
Es gibt sie noch: Menschen, die mit Bargeld bezahlen. Diese müssen sich bald an eine Neuerung gewöhnen. Nach dem Ende der D-Mark 2002 steht nämlich die nächste Währungsänderung an.
Neuerung beim Bargeld, trotz schwindender Verwendung
Gleich vorweg: Die Befürchtungen vieler Menschen, dass das Bargeld gänzlich aus dem Zahlungsverkehr verschwindet, scheint unbegründet. Die Europäische Zentralbank (EZB) betont, dass Münzen und Scheine bleiben sollen, sodass jeder Mensch Zugang dazu haben kann. Weiterhin soll die Nutzung des Zahlungsmittels auch künftig bei den Verbrauchern liegen. Da immer mehr Bürger auf elektronische Zahlungsmethoden zurückgreifen, arbeitet die EZB derzeit am digitalen Euro. Dieser soll das Bargeld jedoch nicht verdrängen, sondern lediglich ergänzen.
Im Dezember 2021 verkündete die EZB eine Neuerung beim Bargeld. Damit sich in Zukunft alle Bewohner mit ihrem Geld identifizieren können, sollen die Geldscheine ein neues Aussehen bekommen. Mehr als 20 Jahre nach der Einführung des Euros sei dies allmählich an der Zeit. 2023 fanden zu diesem Zweck erste Umfragen innerhalb der Bevölkerung statt, bei denen es um die optische Themenwahl ging. Schließlich fiel die Wahl auf „Europäische Kultur“, sowie „Flüsse und Vögel“. Nach dem Bericht einer Motivberatungsgruppe, hat der EZB-Rat 2025 entschieden.
Neues Bargeld, neues Bild, neue Identität
Das Thema „Flüsse und Vögel“ soll auf der Vorderseite abgebildet sein und für die Widerstandskraft und Vielfalt der Natur stehen. Auf der Rückseite sollen europäische Institutionen, wie die EZB selbst oder das Europäisches Parlament prangen. „Europäische Kultur“ bildet indes auf der einen Seite gemeinsame Kulturstätten und bedeutende Persönlichkeiten Europas auf der anderen Seite ab. Am 15. Juli 2025 fiel der Startschuss für den öffentlichen Design-Wettbewerb. Grafikdesigner mit Wohnsitz innerhalb der EU konnten sich bewerben und dürfen noch bis Ende März 2026 Entwürfe einreichen.
Eine Jury aus unabhängigen Fachleuten soll schließlich fünf Entwürfe je Thema auswählen. Anschließend werden diese öffentlich gemacht, sodass auch die EU-Bürger Abstimmen können. Wie das neue Bargeld letzten Endes aussieht, entscheidet der EZB-Rat voraussichtlich Ende 2026. Bis zur Einführung der überarbeiteten Banknoten kann es jedoch noch eine ganze Weile dauern.
(Quellen: Europäische Zentralbank, Deutsche Bundesbank)














