Abschuss freigegeben: Seuche grassiert in deutschen Wäldern

Ein Jäger ist mit einer Warnweste und seinem Hund unterwegs im Wald. Die beiden sehen gut gerüstet aus, der Hund ist an der Leine und der Jägersmann trägt Tarnkleidung mit grün-gelb-braunem Muster und eine Kappe sowie natürlich ein Gewehr und gute Stiefel.
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In den deutschen Wäldern gilt aktuell höchste Alarmbereitschaft, denn mancherorts grassiert eine Seuche, wodurch manche Tiere zum Abschuss freigegeben werden müssen. Die Jäger sind alarmiert und bereit.

Längst sind auch gefährliche Erreger und Viren in Deutschland angekommen. Vor allem eine gefährliche Seuche bedroht in den deutschen Wäldern bestimmte Tiere, die die Behörden nun zum Abschuss für die hiesigen Jäger und Förster freigeben müssen.

Stille Wälder, unterschätztes Risiko mitten in Deutschland

Auf den ersten Blick wirken die Wälder rund um Hameln friedlich. Kaum Bewegung, klare Luft, winterliche Ruhe. Doch genau diese Idylle macht die Afrikanische Schweinepest so gefährlich. Die Krankheit breitet sich leise aus und bleibt lange unbemerkt, bis es zu spät ist. Besonders heimtückisch ist der Übertragungsweg. Das Virus reist nicht nur mit Wildschweinen, sondern oft durch menschliches Verhalten. Rastplätze, Waldparkplätze oder Spazierwege gelten als kritische Zonen, wenn dort Essensreste zurückbleiben.

Ein oft unterschätzter Fakt: Das ASP-Virus überlebt in rohem oder gepökeltem Fleisch monatelang, selbst bei Frost. Deshalb gelten Wurst, Speck oder Schinken als Hochrisikoprodukte. Für Wildschweine sind solche Reste leicht erreichbar. Für Verbraucher bedeutet das klare Regeln: Essensreste gehören immer in verschlossene Müllbehälter, niemals in die Natur. Auch Hundebesitzer sollten darauf achten, dass Tiere keine verdächtigen Funde aufnehmen oder verschleppen.

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Wenn der Abschuss beginnt, ist die Lage ernst

Das volle Ausmaß zeigt sich erst, wenn ein infiziertes Wildschwein entdeckt wird. Dann greifen sofort strenge Vorgaben. Um den Fundort entstehen Sperrzonen, teils mit Zäunen gesichert. Man schließt Wälder, das Betreten der betroffenen Areale ist dann komplett verboten. Der Hintergrund ist klar: Aufgescheuchte Tiere könnten das Virus weiterverbreiten. Deshalb setzen Behörden auf Abriegelung und gezielte Bejagung. Der Abschuss wird freigegeben, um die Ausbreitung einzudämmen. Erfahrungen aus Belgien und Tschechien zeigen, dass diese Strategie Wirkung zeigen kann. Die wirtschaftlichen Folgen wären dennoch massiv. Landwirtschaftliche Betriebe verlieren komplette Bestände, Vermarktungsstopps treten in Kraft. Schäden in Millionenhöhe sind realistisch, Versicherungen springen oft nur teilweise ein.

Um vorbereitet zu sein, laufen die Maßnahmen bereits jetzt. Der Landkreis ist in feste Aktionsgebiete unterteilt, Wildschweinbestände werden reduziert. Speziell ausgebildete Suchhunde mit GPS-Technik kommen zum Einsatz, um Kadaver schnell zu finden. Noch gibt es keinen bestätigten ASP-Fall in der Region. Doch klar ist: Bleibt die Aufmerksamkeit aus, kann aus der stillen Winterruhe sehr schnell ein flächendeckender Notfall werden.

(Quellen: Afrikanische Schweinepest (ASP), dpa)