Adenoviren lösen Krankheitswelle in Deutschland aus

Zwei Menschen in weißen Ganzkörperanzügen mit Mundschutz, um sich komplett gegen Infektionen zu schützen. Es handelt sich um Mediziner mit blauen Plastikhandschuhen, sie führen Tests durch. Adenoviren sorgen in Deutschland für eine Krankheitswelle.
Symbolbild © istockphoto/tuachanwatthana

Schuld an der Krankheitswelle in Deutschland ist vielleicht gar nicht die „normale“ Grippe – denn Adenoviren sind auf dem Vormarsch! Immer mehr Fälle gehen auf das Konto dieser vielseitigen Erreger.

Hinter den scheinbar endlosen Erkältungen steckt vielleicht etwas ganz anderes. Während in Deutschland eine heftige Krankheitswelle rollt, könnte diese in Wirklichkeit von sogenannten Adenoviren getrieben sein.

Der unbekannte Grippe-Doppelgänger führt zu einem merkwürdigen Symptome-Mix

Es ist diese Zeit des Jahres: Alle um einen herum husten, schniefen und fühlen sich schlapp. Man denkt sich nichts dabei. Doch wenn wer neben den üblichen Symptomen auch noch mit brennenden Augen, Magen-Darm-Problemen oder einer Erkältung zu kämpfen hat, die einfach nicht verschwinden will, sollte stutzig werden. Es handelt sich oft gar nicht um eine normale Erkältung oder Grippe, sondern um eine Infektion mit Adenoviren. Während der Fokus auf Corona, RSV und der Influenza liegt, breiten sich parallel noch andere hochansteckende Erreger aus. Die unterschätzten Adenoviren spielen in Deutschlands aktueller Krankheitswelle wahrscheinlich eine viel größere Rolle, als die meisten denken.

Adenoviren sind keine neuen Viren, aber besonders widerstandsfähig. Sie können wochenlang auf Oberflächen wie Türklinken oder Handys überleben und verbreiten sich durch Tröpfchen, Hände oder kontaminierte Gegenstände rasend schnell – ideal also für die Wintermonate in Innenräumen. Das Tückische an diesen Viren ist ihre Fähigkeit, nicht nur die Atemwege, sondern auch Augen, Magen-Darm-Trakt und andere Organe zu befallen. Dieser vielfältige Angriff führt zu einem komplexen Mix aus Symptomen, der eine klare Diagnose erschwert. Zunächst treten oft grippe- oder erkältungsähnliche Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber und starke Erschöpfung auf. Verdächtig wird es, wenn zusätzlich Symptome wie brennende, rote Augen oder Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Übelkeit und Bauchkrämpfe dazukommen. Besonders typisch ist der langwierige Verlauf: Während eine normale Erkältung oft nach einer Woche abklingt, können die Beschwerden durch Adenoviren sechs bis acht Wochen anhalten.

Lesen Sie auch
Wende: Digitaler Euro wird für alle Bürger kommen – "In Planung"

Der Verdacht kommt mit Augen- und Bauchweh, doch der beste Schutz ist Hygiene

Für gesunde Erwachsene ist die Infektion meist unangenehm, aber harmlos und klingt von selbst ab. Risiko für schwerere Verläufe besteht vor allem bei Vorerkrankten, Älteren, Schwangeren und Kleinkindern. Übrigens sind bei Verdacht Antibiotika wirkungslos. Stattdessen sollten die Symptome gelindert werden: mit viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und bei Bedarf fiebersenkenden Mitteln.

Da es keine Impfung für die Allgemeinbevölkerung gibt, ist der beste Schutz eine konsequente Hygiene. Dazu gehört das regelmäßige und gründliche Händewaschen mit Seife. Im Krankheitsfall ist es zudem wichtig, zu Hause zu bleiben und sich vollständig auszukurieren, um andere nicht anzustecken.

(Quellen: Friedrich-Loeffler-Institut, Virenforschung, RKI)