Ära endet: Deutscher Familienbetrieb gibt nach 100 Jahren auf

Auf einer Ausstellung stehen viele verschiedene grüne Kisten, die unterschiedliche Sorten von Saft in Flaschen enthalten. Die Besucher gehen vorbei und blicken auf die angebotenen Säfte. Im Hintergrund sieht man weitere Flaschen in Regalen stehen.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Nach 100 Jahren muss nun ein weiterer deutscher Familienbetrieb die Segel streichen. Damit endet eine lange Ära, die viele Kunden über Jahrzehnte begleitet und miterlebt haben.

Und wieder geht eine lange und traditionsreiche Geschichte zu Ende, denn ein weiterer deutscher Familienbetrieb schließt nach 100 Jahren seine Türen für immer. Auch die Marke wird es nicht mehr geben. Die Inhaber hatten leider keine andere Wahl.

Schließung zeigt: Daran haben viele Branchen zu knabbern

Indessen hat die Schließungswelle einen weiteren deutschen Familienbetrieb getroffen. Die Probleme bestanden – wie bei vielen Unternehmen – schon seit längerer Zeit und konnten bedauerlicherweise nicht gelöst werden. Schaut man sich die Gründe für die zahlreichen Schließungen an, gibt es außer der drohenden Zahlungsunfähigkeit bereits weiter zurückliegende Gründe. Diese bringen die Inhaber dazu, ihren Betrieb zu schließen, bevor es zu spät ist.

Ein solcher Grund liegt immer häufiger im Personalmangel. Die Unternehmen in Deutschland haben große Schwierigkeiten, Fachpersonal zu finden, das bereit ist, die wichtigen Aufgaben zu übernehmen. Die Jugend strebt inzwischen andere Berufe an als die klassischen Handwerksausbildungen. Zudem spielen die Kosten und Preise eine wichtige Rolle. Während beides steigt, sinkt die Bereitschaft der Kunden, Geld für Qualität zu investieren. Und nicht zuletzt spielt auch das Alter der Inhaber eine Rolle. Finden diese keinen geeigneten Nachfolger, müssen sie ihre Betriebe verkaufen, was nicht selten den Verlust der Marke bedeutet.

Lesen Sie auch
Angst vor AfD-Regierung – jeder fünfte Deutsche will auswandern

Nach der Schließung – Betreiber haben noch eine Menge Arbeit

Das hohe Alter des Ehepaares, das die Obstkelterei Ehrlinger betrieb, hat ebenfalls dazu beigetragen, dass sie sich zur Schließung durchgerungen haben. Marion und Bernhard Ehrlinger betreiben die Kelterei bereits seit Jahrzehnten. Als sie ihren Mann 1984 kennenlernte, arbeitete er schon im Betrieb. Sie selbst hat von Anfang an mitgearbeitet. Doch nun haben beide ein Alter erreicht, das sie zum Aufhören zwingt. Einen Nachfolger haben sie nicht gefunden. Auch die Frührentner, die sonst immer in der Obstkelterei mitgeholfen haben, blieben fern. Deshalb musste das Ehepaar die Arbeit selbst erledigen. Weiterhin machten die steigenden Kosten den beiden zu schaffen.

Doch auch, wenn der Betrieb bereits Ende März geschlossen hat, kommt auf die Eheleute noch eine Menge Arbeit zu. Sie müssen die Räumlichkeiten leerräumen. Zwar wurden die großen Maschinen bereits verkauft. Aber es gibt noch viel Inventar in den Räumen. Darauf wollen sich die beiden zunächst konzentrieren. Und danch freuen sie sich auf ihre Zeit mit den Enkelkindern.