AfD gewinnt Landtagswahl – CDU erlebt historisches Debakel

Bundeskanzler Friedrich Merz und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (beide CDU), aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz als Reaktion auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt in Berlin. Mit rund 44% hat die AfD die Landtagswahl am 06.09.2026 deutlich vor der CDU mit rund 17,5% gewonnen.
Symbolbild © imago/photothek

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die politische Landschaft des Bundeslandes grundlegend verändert. Die AfD ist klar stärkste Kraft geworden, während die CDU einen historischen Tiefpunkt erreicht hat.

Der jüngste Urnengang hat die politischen Kräfteverhältnisse völlig auf den Kopf gestellt. Während in den Zentralen die Ursachenforschung anläuft, beginnt hinter den Kulissen bereits das komplizierte Ringen um eine stabile Mehrheit.

AfD triumphiert – CDU auf dem Tiefpunkt

Am 6. September fand in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt. Mit 43,8 Prozent erzielt die AfD ihr bislang stärkstes Ergebnis in dem Bundesland und gewinnt damit die Wahlen haushoch. Damit hat sie das Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Wahl im Jahr 2021 mehr als verdoppelt. Bei der bislang führenden CDU sieht das Ergebnis genau umgedreht aus. Die Partei von Ministerpräsident Sven Schulze erreichte nur 17,2 Prozent. Das ist ein Verlust von 19,9 Prozent im Vergleich zu 2021.

Das Ergebnis ist ein schwerer Schlag für die CDU und den Ministerpräsidenten. Der dramatische Stimmenverlust zeigt, dass viele bisherige CDU-Wähler andere politische Angebote bevorzugt haben. Als Gründe für den Erfolg der AfD gelten unter anderem Unzufriedenheit mit der Bundespolitik, Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung, Migration und steigende Lebenshaltungskosten. Besonders deutlich wird der politische Umbruch bei den Direktmandaten. Die AfD gewann fast alle Wahlkreise, während die CDU dieses Mal kein einziges gewinnen konnte.

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Wahlgewinner AfD sucht Koalitionspartner

Mit 39 von 83 Sitzen verfehlte die AfD allerdings die absolute Mehrheit im Landtag. Die Regierungsbildung dürfte sich deshalb schwierig gestalten. Andere Parteien haben eine Zusammenarbeit mit der AfD bislang ausgeschlossen oder stehen einer solchen Kooperation zumindest äußerst kritisch gegenüber. Damit beginnt nun die Suche nach einer tragfähigen Mehrheit im Landtag. Dieser muss laut Landesverfassung von Sachsen-Anhalt spätestens am 30. Tag nach der Wahl zusammenkommen, also am 6. Oktober 2026.

Die Wahl dürfte dennoch weit über Sachsen-Anhalt hinaus Folgen haben. Sie setzt die CDU unter erheblichen Druck und verschärft die Debatte über den Umgang mit der AfD. Zugleich zeigt das Ergebnis, wie stark sich das Parteiensystem verändert hat. Ob der Wahlsieg der AfD tatsächlich zu einer Regierungsbeteiligung führt, bleibt vorerst offen. Sicher ist jedoch: Sachsen-Anhalt hat einen politischen Wendepunkt erlebt.

(Quellen: Landeswahlleiter Sachsen-Anhalt, ARD)