Alarmbereitschaft: Deutschland steuert bald auf neue Gaskrise zu

In einem Öl- und Industriegebiet stehen viele große Industrieanlagen. Darunter befinden sich Öl- und Gas-Pipilines. Man erkennt zudem einige große Ventile.
Symbolbild © istockphoto/FredFroese

Kaum jemandem scheint dies bewusst zu sein, denn die Regierung schweigt bislang dazu. Doch Deutschland steuert laut Expertenmeinung bald auf eine neue Gaskrise zu. Die Politik muss sich etwas einfallen lassen, um den Worst Case zu verhindern.

In Deutschland hält gerade der Sommer Einzug, weshalb wohl kaum jemand schon jetzt an den Winter denkt. Doch genau das sollte man, sagen Fachleute, denn Deutschland steuert geradewegs auf eine neue Gaskrise zu.

„Knapp der Katastrophe entkommen“: Experten rechnen mit Regierung ab

Unbedarft haben viele Millionen Bürger in den Wintermonaten ihre Wohnungen geheizt. Zwar verliefen der November und der Dezember recht mild. Und auch der März überraschte mit zu warmen Temperaturen. Doch laut Experten waren genau diese Umstände dafür verantwortlich, dass es im vergangenen Winter nicht bereits zu einer Katastrophe gekommen ist.

Wären auch diese Monate eisig kalt gewesen, hätten die Bürger nicht genügend Gas zum Heizen gehabt, sind sich Experten sicher. Denn der Stand der Gasspeicher wies Ende Februar mit 21 Prozent einen historischen Tiefstand auf. Auch wenn das Wirtschaftsministerium betont habe, dass alles gut sei und sich ansonsten ausschwieg, warnen Fachleute nun vor dem bevorstehenden Winter.

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Deutschland steuert auf Gaskrise zu: „Man darf nicht auf einen milden Winter hoffen“

Für diesen Winter könnte dann tatsächlich das Worst-Case-Szenario eintreten, warnen Experten. Man dürfe nicht auf einen milden Winter hoffen und darauf setzen, dass es zu keinen weiteren geopolitischen Spannungen kommen werde, mahnen Experten an. Denn in diesem Jahr sei das Problem schon jetzt so aktuell. Im Sommer sorgt nämlich eine geringe Nachfrage nach Gas dafür, dass Unternehmen Gas billig einkaufen können, um es im Herbst und Winter dann teurer weiterverkaufen zu können.

Doch die Gaspreise bleiben aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs und des Iran-Konflikts auf einem weiterhin hohen Niveau, weshalb im Sommer niemand Gas einkaufen will. Dementsprechend werden auch keine Speicher gefüllt. Da diese bis November zu 75 Prozent gefüllt sein müssen, sehen Experten es als sehr wahrscheinlich an, dass die Bundesregierung eingreifen muss. Dies wiederum würde die Gaspreise weiterhin in die Höhe treiben und das Loch in der Bundeshaushaltskasse noch tiefer reißen. Das Wirtschaftsministerium müsse deshalb schon jetzt reagieren, sind sich Experten einig. Es bleibt spannend, was die Regierung unternehmen wird, um das Worst-Case-Szenario zu verhindern.

(Quellen: t-online, INES, Frontier Economics, BDEW)