
Die Bundesregierung will die Altersteilzeit ersatzlos streichen. Damit müssen Hunderttausende Menschen, die das Modell nutzen, bereits jetzt umdenken. Experten sprechen sich jedoch gegen das Vorhaben aus, denn die Rente trifft zahlreiche Branchen.
Hunderttausende Menschen sind über mehrere Branchen hinweg in Altersteilzeit beschäftigt. Das will die Regierung nun ändern und das Modell weitestgehend ersatzlos streichen.
Altersteilzeit vor dem Aus: Das plant die Bundesregierung
Die von der Bundesregierung eingesetzte Alterssicherungskommission hat tiefgreifende Kürzungen für die Altersteilzeit vorgeschlagen. Diese will man bis Ende 2026 in ein Gesetzespaket gießen. Bislang arbeiten Beschäftigte in der ersten Phase, der Ansparphase, voll weiter und werden in der zweiten Phase, der Passivphase, komplett freigestellt. Dieses Modell will die Regierung komplett streichen. Erlaubt bliebe nur noch das Gleichverteilungsmodell, bei dem über den gesamten Zeitraum exakt die Hälfte der Stunden gearbeitet wird. Das Einstiegsalter für die Altersteilzeit soll von 55 auf 58 Jahre angehoben und perspektivisch an das steigende Rentenalter gekoppelt werden.
Hunderttausende in Arbeitsteilzeit müssen neu planen: „Ersatzlos streichen“
Das Blockmodell ist vorrangig in Branchen mit hoher körperlicher Belastung oder in Industriekonzernen mit starken Tarifverträgen ein extrem beliebtes Instrument für den vorzeitigen Ruhestand. Konzerne wie VW, BMW oder Siemens nutzen die Altersteilzeit massiv, um den Generationenwechsel in den Werken sozialverträglich zu steuern. Hier bangen primär Bandarbeiter um den Wegfall des Modells. In der Schichtarbeit der Chemie- und Pharma-Industrie ist das Blockmodell fest verankert, da diese Branchen einen echten Gleichverteilungswechsel logistisch extrem schwer umsetzen können.
Pflegekräfte nutzen das Blockmodell oft, weil sie den Beruf rein körperlich nicht bis zur regulären Altersrente ausüben können. Einen Zwang zum Gleichverteilungsmodell, also länger im Dienst bleiben, nur mit weniger Stunden, kritisiert die Branche als kontraproduktiv. Auch Verwaltungen, Kommunen und die Deutsche Bahn nutzen das Modell stark zur Verjüngung des Personalkörpers. Deshalb kritisieren die Experten die geplanten Vorschläge heftig. Allerdings hat die Bundesregierung bereits eingeräumt, dass Bestandsverträge unter Schutz stehen sollen.
(Quellen: Bundesregierung, Rentenkommission, DRV)














