Anpacken: Deutsche-Bank-Chef fordert längere Lebensarbeitszeit

Auf einer BIlanzpressekonferenz der Deutschen Bank steht der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing vor der Presse und erklärt gerade etwas. Er benutzt seine Hände und zählt an den Fingern ab.
Symbolbild © imago/Rainer Unkel

Nun springt auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing auf den Zug von Bundeskanzler Merz auf und fordert für die Menschen eine längere Lebensarbeitszeit. Er hat dabei eine ganz besondere Berufsgruppe im Visier.

Bei dieser Nachricht dürften noch mehr Menschen geschockt sein, denn jetzt fordert auch der Chef der Deutschen Bank, dass die Arbeitnehmer hierzulande eine längere Lebensarbeitszeit haben sollen.

Forderungen werden immer lauter: Bürger sollen länger und mehr arbeiten

Wer in diesem Land Arbeitnehmer ist, hat es derzeit nicht besonders leicht. Für viele Berufsgruppen bedeutet die Arbeit körperlichen und psychischen Stress. Denkt man zum Beispiel an die Bedingungen für Kellner, Bauarbeiter oder Pflegekräfte, ist in diesen Berufen gar nicht an längere Arbeitszeiten zu denken. Laut Statistiken erreicht ein hoher Anteil nicht einmal das Rentenalter.

Bundeskanzler Merz hat inzwischen klare Vorstellungen, wen er zu mehr Arbeit anhalten will und wie. Das betrifft nicht nur Bürgergeld-Empfänger, sondern auch die Arbeitszeiten. So will Merz beispielsweise eine wöchentliche Höchstarbeitszeit einführen und das Rentenalter auf 70 Jahre erhöhen. Die in diesem Jahr eingeführte Aktivrente ist zwar freiwillig. Kritiker befürchten jedoch, dass dies bald zur Pflicht werden und damit zu einer offiziellen Anhebung des Rentenalters führen könnte. Auch Experten aus der Wirtschaft sehen eine Anhebung des Renteneintrittsalters als notwendig an.

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Deutsche-Bank-Chef fordert längere Lebensarbeitszeit: Diese Gruppe soll es treffen

Nun hat sich auch der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing geäußert und fordert eine längere Lebensarbeitszeit. Dabei redet er jedoch nicht von allen Arbeitnehmern, sondern von denjenigen, die einen Job im Büro ausführen. Diese Angestellten könnten seiner Meinung nach später in Rente gehen. Dabei gab er auch gleich eine weitere Neuigkeit bekannt: Für Führungskräfte der Deutschen Bank sollen die Regeln beim Kündigungsschutz geprüft werden.

Zudem plädiert auch Sewing dafür, dass die Bevölkerung insgesamt mehr arbeiten müsse. Wie Bundeskanzler Friedrich Merz sieht auch der Deutsche-Bank-Chef ein Problem in den vielen Krankheitstagen. Diese würden hier zwei- bis dreimal so hoch liegen wie in der Schweiz. Sewing fordert die Bundesregierung allerdings auch dazu auf, jetzt zu handeln und entsprechende Reformen schnellstmöglich auf den Weg zu bringen, damit die Menschen in Deutschland sehen, dass Probleme gelöst werden können. Passiert dies nicht, befürchtet er, dass nationale Parteien an Rückenwind gewinnen könnten.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, zusatzbeitrag.net)