Anschläge auf Stromnetz – Deutschland entgeht dem Blackout

Mehrere Strommasten, in Reih und Glied geordnet, sind während eines Sonnenuntergangs vor einem blauen Himmel mit Wolken zu sehen. Sie sind durch Kabel an das Stromnetz angebunden.
Symbolbild © istockphoto/Frank Wagner

Frank Wagner

Im Jahr 2026 sind Angriffe auf die Bundesrepublik leider keine Ausnahme mehr. Zuletzt kam es fast zu einem Blackout, nachdem Unbekannte Anschläge auf das Stromnetz verübt hatten.

Ein Vorfall an einer Stromanlage in Deutschland wirkt zunächst wie eine technische Panne. Dann machen Ermittler eine Entdeckung, die den Fall verändert. Fast wäre es zu einem fatalen Blackout mitten in Deutschland gekommen – ausgelöst durch gezielte Angriffe.

Sabotageverdacht in der Bundesrepublik: Was hinter der Störung am Stromnetz steckt

Am Dienstagabend wird die Polizei zu einem Umspannwerk in Bergheim gerufen. Mehrere Leitungen sind nach einem Kurzschluss betroffen. Dadurch gehen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke vorübergehend vom Netz. Obwohl die Technik teilweise ausfällt, bleiben die Folgen für Haushalte zunächst unsichtbar. Gleichzeitig beginnt in der Umgebung eine intensive Suche nach möglichen Spuren.

Für Verbraucher klingt ein solcher Vorfall schnell nach Blackout-Gefahr. Dazu besteht derzeit allerdings kein Anlass. Die Bundesnetzagentur stuft das deutsche Stromsystem als sehr sicher ein. Ein Grund dafür ist die sogenannte n-1-Sicherheit. Für den Fall eines längeren Stromausfalls rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz dennoch zu einfacher Vorsorge. Geladene Powerbanks, Taschenlampen, ein Radio sowie ein Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln können dann hilfreich sein.

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Sechs Funde sorgen für eine neue Spur

Schon bald finden die Ermittler bei ihrer Suche etwas, das kaum noch zu einer gewöhnlichen technischen Störung passt. In einem nahe gelegenen Feld entdecken Polizisten sechs Abschussvorrichtungen. Nach bisheriger Einschätzung könnten diese dazu genutzt worden sein, pyrotechnische Gegenstände in Richtung der Stromleitungen zu bringen und einen leitfähigen Draht über die Leitungen zu führen. Damit gerät ein möglicher gezielter Eingriff in die Infrastruktur ins Visier der Ermittler. NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einem Anfangsverdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage. Gleichzeitig werden verschiedene mögliche Hintergründe geprüft, darunter eine fremdstaatliche Steuerung und ein linksextremistischer Zusammenhang.

Brisant ist außerdem die zeitliche Nähe zu einem ähnlichen Vorfall in Brandenburg. Auch dort entdeckte man Vorrichtungen. Ob beide Geschehen miteinander verbunden sind, ist derzeit noch nicht geklärt. Für die Bevölkerung gibt es trotz des ernsten Verdachts vorerst Entwarnung: In Bergheim kam es nicht zu einem flächendeckenden Stromausfall. Die Ermittlungen sollen nun klären, wer hinter dem Vorfall steckt und ob weitere Ziele betroffen sein könnten.

(Quellen: Polizei Brandenburg, Polizei Essen, 50Hertz, Amprion, dpa)