Ansteckende Seuche breitet sich in deutschem Nachbarland aus

Mehrere Beamte in grünen Anoraks stehen in einem Wald. Sie haben Masken auf, was darauf hindeutet, dass sie sich in einer gefährlichen, von einem Virus betroffenen Quarantäne-Zone befinden.
Symbolbild © imago/Markus Matzel

Eine gefährliche Seuche breitet sich unbemerkt aus – immer mehr Menschen landen mit schweren Symptomen im Krankenhaus, während Experten Alarm schlagen und vor einer deutlich höheren Dunkelziffer warnen.

Eine mysteriöse Seuche nimmt in Österreich Fahrt auf – und bleibt oft unentdeckt. Forscher schlagen Alarm: Immer mehr Fälle, immer mehr schwere Verläufe.

Viele Erkrankte – und die meisten merken es nicht

Österreich kämpft mit einer Krankheit, die lange als exotisch galt – und nun in beunruhigendem Tempo im Land Fuß fasst. Während die meisten Infizierten kaum etwas davon mitbekommen, trifft es vor allem besonders anfällige Personen überraschend hart: hohes Fieber, heftige Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu neurologischen Ausfällen.

Laut einer brandaktuellen Langzeitstudie des Zentrums für Virologie an der MedUni Wien registrierte man im Jahr 2024 bereits 37 Erkrankungen. Fast die Hälfte davon verlief schwer – neunzehn Betroffene behandelte man im Krankenhaus. Für Forscher gilt das als deutliches Alarmsignal. Die tatsächliche Zahl dürfte wesentlich höher liegen. Nur etwa jeder Fünfte zeigt überhaupt Symptome, viele Infektionen bleiben daher unentdeckt. Erstmals wurde das Nordburgenland als stärkste Risikoregion identifiziert – und dort tauchte eine Virusvariante auf, die bislang vor allem in Süd- und Südosteuropa verbreitet war. Das legt nahe, dass sich die Erreger schneller an hiesige Bedingungen anpassen, als lange angenommen.

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Ein Virus aus Afrika – keine Impfung, steigende Gefahr

Die Seuche trägt einen Namen, der mittlerweile auch europäischen Gesundheitsexperten Sorgen macht: West-Nil-Fieber. Auslöser ist das West-Nil-Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt und nach Europa eingeschleppt wurde – vermutlich durch Zugvögel. Übertragen wird es jedoch durch heimische Stechmücken, was die rasante Ausbreitung begünstigt.

Typische Symptome reichen von Fieber über Muskel- und Kopfschmerzen bis hin zu Lymphknotenschwellungen und Hautflecken. Gefährlich wird es dort, wo das Virus das Nervensystem angreift – dann drohen schwere neurologische Schäden. Zudem können nicht nur Menschen erkranken: Auch Säugetiere wie Pferde sind betroffen. Einen wirksamen Impfstoff gibt es bislang nicht. Gesundheitsexperten fordern deshalb ein engmaschiges Monitoring, um neue Risikogebiete frühzeitig zu erkennen. Denn mit steigenden Temperaturen und längeren Mückensaisons rechnen Virologen damit, dass die Fallzahlen in Zukunft weiter zunehmen werden – getrieben vom Klimawandel.

(Quellen: Langzeitstudie des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, Aussagen von Studienleiterin Judith Aberle)