
Jetzt liegen die Details vor: Erste Berechnungen zeigen, wer bis 70 arbeiten müsste, wenn das Renteneintrittsalter weiter ansteigt. Sozialverbände kritisieren die Reformvorschläge scharf und verweisen auf mögliche Ungerechtigkeiten. Die Details.
Nur wenige Menschen dürften angesichts der zunehmenden Herausforderungen unbesorgt auf den Ruhestand blicken. Das Alter für den regulären Renteneintritt soll nun weiter ansteigen.
Arbeiten bis 70: Wer theoretisch betroffen sein könnte
Viele Beschäftigte in Deutschland blicken besorgt in die Zukunft: Die Regelaltersgrenze soll sich noch weiter verschieben. Grund für die notwendigen Änderungen sind die Herausforderungen des demografischen Wandels. Die allgemeine Lebenserwartung nimmt kontinuierlich zu ‒ doch die Zahl der Beitragszahler sinkt. Zudem gibt es einen Fachkräftemangel, der sich weiter verschärfen könnte. Doch das sind nicht die einzigen Probleme: Das Pflegesystem ist bereits überlastet, während die Notwendigkeit von Versorgungsleistungen durch die alternde Bevölkerung weiter ansteigt.
Inzwischen liegen Reformvorschläge vor. Es ist eine weitergehende Erhöhung des Rentenalters vorgesehen. Das bedeutet, dass die Regierung die Empfehlungen der Rentenkommission umsetzt. Bleibt es bei dem Tempo, welches die Experten zur Veranschaulichung bis 2041 kalkuliert haben, ist folgendes langfristiges Szenario denkbar: Eine Rente bis 70 könnte sich rein rechnerisch erstmalig für die im Jahr 2024 geborenen Kinder und für spätere Jahrgänge ergeben. Beschlossen ist bislang allerdings noch nichts. Zudem hängt eine solche Entwicklung von unterschiedlichen Faktoren ab, insbesondere von der allgemeinen Lebenserwartung.
Ungleichheit: Sozialverbände kritisieren das Vorhaben
Kritiker wie Sozialverbände verweisen auf die Herausforderungen eines höheren Renteneintrittsalters. Wer über viele Jahre körperlich schwer arbeitet oder wenig verdient, würde kaum von den Änderungen profitieren. Betroffene müssten noch länger im Arbeitsleben bleiben, was bestehende gesundheitliche und psychische Erkrankungen verschärfen oder begünstigen könnte.
Zwar sind spezielle Regelungen wie eine Befreiung von der Arbeit nach einer ärztlichen Untersuchung vorgesehen. Doch die bürokratischen Hürden könnten hierbei ein weiteres Problem darstellen. Wer ohne Erkrankung schon vor Eintritt des regulären Rentenalters in den Ruhestand will, kann das auch in Zukunft noch tun. Der Nachteil: Man muss Abschläge und somit weniger Geld auf dem Konto einplanen. Welche konkreten Änderungen die Rentenreform bringt, dürfte sich bald zeigen.
(Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Bundesregierung, Bundesarbeitsministerium)














