Arbeiten: Merz-Regierung will Überstunden attraktiver machen

Der derzeitige Bundeskanzler Friedrich Merz sitzt im Bundestag auf seinem Sitz und verschränkt die Arme. Er schaut mit ernster Miene in Richtung des Rednerpultes und hört angespannt zu.
Symbolbild © imago/dts Nachrichtenagentur

Mehrarbeit ist für viele Alltag. Um Überstunden attraktiver zu machen, plant die Bundesregierung eine bedeutende Änderung für Beschäftigte in Deutschland. Diese Details zur geplanten Neuerung sollten Arbeitnehmer unbedingt kennen.

Für Millionen Fleißige in Deutschland könnte sich der zusätzliche Einsatz im Job bald so richtig auf dem Konto bemerkbar machen. Die Pläne der Politik zielen auf eine echte finanzielle Entlastung ab, die frischen Wind in die Geldbörsen bringen soll.

Millionen Beschäftigte leisten Extra-Arbeit

Mehrarbeit ist in Deutschland keine Seltenheit. Ob länger im Büro bleiben oder noch eine zusätzliche Stunde auf der Baustelle schieben: Rund 4,4 Millionen Beschäftigte leisteten 2024 Extra-Stunden, so das Statistische Bundesamt. Bezahlt werden sie nicht immer. Die Statistik zeigt, dass viele Überstunden auf Arbeitszeitkonten geparkt werden. Nur ein Teil der Betroffenen erhält Geld. Deshalb will die Bundesregierung nun einen neuen Anreiz schaffen.

Geplant ist, dass die Zuschläge für Überstunden unter bestimmten Bedingungen steuerfrei bleiben dürfen. Aber Vorsicht beim Kleingedruckten: Steuerfrei wird laut den aktuellen Entwürfen keineswegs die Überstunde an sich, sondern ausschließlich der obendrauf gezahlte Bonus. Und dieser Zuschlag wird bei höchstens 25 Prozent des normalen Stundenlohns gedeckelt. Der ganz normale Lohn für die Extra-Stunden wird demnach weiterhin wie gewohnt vom Fiskus versteuert.

Lesen Sie auch
Altes Werkzeug vom Opa: Sammler zahlen kleines Vermögen

Bundesregierung will Überstunden attraktiver machen

Das Ganze soll exklusiv für Vollzeitjobs gelten. Greifen wird der Steuervorteil erst, sobald man die tarifliche Arbeitszeit übersteigt oder über eine klassische 40-Stunden-Woche kommt. Wer in Teilzeit arbeitet, profitiert erst einmal nicht. Doch Betroffene sollen nicht gänzlich leer ausgehen. Für diese Gruppe soll es stattdessen eine separate Prämie geben – allerdings nur dann, wenn sie ihre Stunden dauerhaft aufstocken.

Das Arbeiten in Deutschland soll so wieder attraktiver werden. Einen Beitrag dazu soll auch die sogenannte Aktivrente leisten, die seit dem 1. Januar 2026 gilt. Sie ist für Beschäftigte im Rentenalter vorgesehen, die freiwillig länger im Berufsleben bleiben. Die Regelung ermöglicht einen steuerfreien Hinzuverdienst, der sich auf bis zu 2.000 Euro pro Monat belaufen kann. Im Gegensatz zur Aktivrente ist die neue Überstundenregelung bislang nicht in Kraft. Deshalb bleibt der nächste Schritt abzuwarten.

(Quellen: Bundesregierung, Bundesfinanzministerium, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)