ARD-Interview sorgt für Ärger: Bronze-Gewinnerin erhebt Vorwürfe

Auf dem Bild ist Yemisi Ogunleye beim Kugelstoßen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Rom zu sehen. Sie erreicht den dritten Platz und gewinnt die Bronzemedaille.
Symbolbild © imago/Beautiful Sports

Mit 19,50 Metern sicherte sich Yemisi Mabry im Kugelstoßen die Bronzemedaille. Damit gelang ihr der erste deutsche Medaillenerfolg bei der laufenden Europameisterschaft in Birmingham. Nur die Niederländerinnen Jessica Schilder und Jorinde van Klinken erzielten größere Weiten.

Nach dem Wettkampf: ARD-Interview sorgt für Ärger

Nach dem Wettkampf blieb bei Mabry allerdings nicht nur die Freude über die Medaille. Ein Interview mit ARD-Moderator Claus Lufen und Leichtathletik-Experte Frank Busemann sorgte bei ihr für Unmut. Mabry störte sich vor allem daran, wie das Gespräch ihre Ausgangslage vor dem Finale darstellte. Sie veröffentlichte später einen Ausschnitt des Interviews auf Instagram und machte deutlich, dass sie sich eine andere Ansprache gewünscht hätte. Aus ihrer Sicht rückten die Fragen ihre sportliche Leistung nicht ausreichend in den Mittelpunkt. Stattdessen hatte die Berichterstattung vor allem ihre Chancen gegen die favorisierte Schilder thematisiert.

ARD-Ärger um Mabry: Moderator nimmt Stellung

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Auch die ARD äußerte sich inzwischen zu dem Streit. Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte der Sender mit, dass er keine weitere Stellungnahme zu Mabrys Kritik plane. Die beteiligten Personen hätten bereits auf die Vorwürfe reagiert. Frank Busemann erklärte sich dagegen gegenüber der dpa genauer. Nach seiner Darstellung wollten er und Lufen die sportliche Ausgangslage vor dem Finale sachlich einordnen. Schilder galt für ihn als klare Favoritin, weil sie in dieser Saison regelmäßig vorne gelegen hatte. Gleichzeitig wollte Busemann nach eigener Aussage verhindern, dass Mabry wegen ihres Olympiasiegs einen zusätzlichen Erfolgsdruck verspürt.

Busemann zufolge sollte Mabry erkennen, dass niemand einen weiteren Titel von ihr erwarten musste. Genau diese Perspektive sollte ihr nach seiner Darstellung mehr Freiheit für den Wettkampf geben. Mabry nahm das Gespräch jedoch anders wahr und konnte diese Absicht offenbar nicht erkennen. Für sie wirkten die angesprochenen Statistiken eher wie eine Erinnerung an ihre bisherigen Rückstände gegenüber Schilder.

(Quellen: Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV), ARD/Sportschau, persönliche Aussagen der Athletin, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)