
Unsere Erde ist ein faszinierender Ort voller beeindruckender Pflanzen und Tiere. Nun passiert ein echtes Artenschutz-Wunder, denn für verschwunden gehaltene Giganten-Tiere kehren nach langer Zeit zurück.
Manche Tierarten, die vor langer Zeit ausstarben, kehren zurück und überraschen zahlreiche Forscher und Zoologen weltweit. Nun passiert genau so ein Artenschutz-Wunder in den südlichen Gefilden und bringt Giganten-Tiere nach 180 Jahren zurück.
Ein stilles Fehlen mit großen Folgen für die Umwelt
Floreana wirkt auf den ersten Blick wie ein Naturparadies. Doch die Insel im Galápagos-Archipel trägt bis heute die Spuren früher Eingriffe. Bereits im 19. Jahrhundert verschwanden hier mehrere heimische Arten, nachdem Menschen Tiere einschleppten und intensiv jagten. Besonders gravierend war dabei das Verschwinden eines großen Pflanzenfressers. Über viele Jahrzehnte blieb diese Lücke unsichtbar, aber wirksam. Ohne den natürlichen „Landschaftspfleger“ wuchsen Pflanzen unkontrolliert, Samen wurden kaum noch verteilt und ganze Lebensräume veränderten sich. Forschende sprechen in solchen Fällen von sogenannten trophischen Kaskaden, also Kettenreaktionen im Ökosystem.
Schon früh entstand deshalb die Idee, verlorene Arten gezielt zurückzubringen. Auf Galápagos laufen solche Programme nun schon seit Jahren und sind weltweit bekannt und geachtet. Sie gelten als besonders komplex, weil die Inseln streng geschützt sind und jeder Eingriff wissenschaftlich begründet werden muss. Floreana spielte dabei eine besondere Rolle. Als erste dauerhaft besiedelte Insel des Archipels gilt sie als ökologisch sensibel. Lange blieb offen, ob eine Rückkehr des fehlenden Tieres überhaupt realistisch ist.
Ein wahrer prähistorischer Gigant unter den Tieren ist zurück auf Floreana und verändert alles
Jetzt ist es gelungen. 158 Riesenschildkröten sind auf Floreana ausgewildert worden. Ranger transportierten die Tiere über mehrere Kilometer durch schwer zugängliches Gelände, bevor sie in geeigneten Gebieten freigelassen wurden. Die Schildkröten stammen aus einem jahrelangen Zuchtprogramm. Auf der Nachbarinsel Isabela lebende Tiere besitzen noch große Teile des Erbguts der uralten, ursprünglich auf Floreana heimischen Art. Durch gezielte Zucht entstand eine Population, die genetisch sehr nah am Original liegt. Vor der Auswilderung untersuchte man alle Tiere medizinisch und stellte sie unter Quarantäne. Außerdem versah man sie mit Mikrochips.
Der Schritt hat konkrete ökologische Folgen. Riesenschildkröten fressen bestimmte Pflanzen, halten Flächen offen und verteilen Samen über große Distanzen. Genau diese Prozesse fehlten Floreana lange. Forschende erwarten, dass sich Vegetation und Artenvielfalt nun schrittweise stabilisieren. Auch für Menschen ist das relevant. Ein gesundes Ökosystem bildet die Grundlage für nachhaltigen Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei.
(Quellen: Galápagos-Nationalpark, Ecuador Umweltministerium, dpa)














