Attraktion: Erstes Bundesland wildert Tiere aus in Urlaubsregion

Umringt von Bäumen in einem Park steht in luftiger Höhe eine hölzerne Brücke, auf der Menschen passieren. Unter der Konstruktion befinden sich Gehege für Tiere, auf die die Besucher aus sicherer Entfernung runterschauen.
Symbolbild © imago/BildFunkMV

Einheimische Tierarten gibt es in Deutschland viele. Doch manchmal muss man der Flora und Fauna etwas nachhelfen. Nun wildert ein Bundesland in guter Absicht Tiere in einer deutschen Urlaubsregion aus.

Ein Bundesland in Deutschland trägt besonders viel zur heimischen Artenvielfalt bei, indem es nun ein bestimmtes Tier in einer Urlaubsregion auswildert. Mit etwas Glück werden die neuen Bewohner bald zum Publikums- und Touristenliebling Nr. 1 in der ohnehin schon wunderschönen Region.

So nützliche sind die ausgewilderten Tiere für die hiesige Umwelt und Natur

Auf der Sophienhöhe, einer renaturierten Halde am Tagebau Hambach in Nordrhein-Westfalen, sind kürzlich Wildpferde eingezogen. Am 13. Juni wurde die neue Bewohnergruppe, bestehend aus einem Hengst, zwei Stuten und einigen Fohlen und Jährlingen, vorgestellt. Die neuen Bewohner der Sophienhöhe sind Koniks, eine robuste Ponyrasse, die ursprünglich aus den Niederlanden stammt. Das Entscheidende ist, dass diese Tiere eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Artenvielfalt in der Region spielen. Indem sie das Gras kurz halten und kleine Büsche und Bäume abknabbern, verhindern sie das unkontrollierte Zuwachsen der Landschaft. Dies schafft und erhält Lebensräume für viele andere Tierarten. Insbesondere derzeit vom Aussterben betroffene verschiedene Insekten profitieren davon.

Diese von Experten nett „lebendige Rasenmäher“ betitelten Tiere sind essenziell, um die Vegetation in Schach zu halten. Denn ohne diese natürliche Pflege würden die Flächen schnell überwuchern und die Artenvielfalt könnte erheblich leiden. Die Koniks wurden von der niederländischen Organisation „Free Nature“ beschafft und sind ein zentraler Bestandteil dieses Nachhaltigkeitsprojekts in der NRW-Region.

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Wildpferde gelten als echte Multitalente

Die Koniks auf der Sophienhöhe sind bei all ihrer Hilfe weitgehend autark und selbstständig. Sie finden ihr Futter auf den weitläufigen Flächen, benötigen aber Zugang zu Wasser und im Winter zusätzliches Heu, wenn das Gras nicht mehr ausreichend wächst. Viel Pflege brauchen sie also nicht. Diese widerstandsfähige Ponyrasse ist perfekt an das Leben im Freien angepasst und trotzt allen Wetterbedingungen, was sie ideal für solche Projekte macht.

Die Tiere bewohnen nun eine etwa 200 Meter hohe Halde zwischen Elsdorf, Jülich und Niederzier. Dieses Gebiet bietet ihnen genügend Platz und Ressourcen, um sich zu entwickeln und zu vermehren. Dabei ist es wichtig, dass nur ein Hengst in der Herde bleibt, um Rangkämpfe zu vermeiden. Neben ihrer ökologischen Rolle haben die Koniks auch das Potenzial, ein Anziehungspunkt für Touristen zu werden. Besucher können die Wildpferde beobachten und ihre natürliche Schönheit genießen. Die Verantwortlichen hoffen, dass dies die Attraktivität der Sophienhöhe als Wandergebiet weiter erhöhen wird. Mit den vielen Tier- und Pflanzenarten, die sich in den letzten dreißig Jahren dort angesiedelt haben, wird die Halde zu einem einzigartigen Naturerlebnis für Naturliebhaber und Wanderer.