
In Kürze öffnen die ersten Weihnachtsmärkte der Bundesrepublik. Da es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Anschlägen kam, rüsten die Veranstalter zunehmend auf. Viele Bürger fühlen sich dennoch nicht sicher.
Großveranstaltungen bergen stets ein gewisses Risiko. Um den Besuchern der diesjährigen Weihnachtsmärkte ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben, ergreifen die Städte und Kommunen einige Maßnahmen.
Messerverbote und mehr auf deutschen Weihnachtsmärkten
Dorf- oder Stadtfeste, Wochen- oder Weihnachtsmärkte – vielerorts sind Waffenverbotszonen bei größeren Veranstaltungen längst keine Seltenheit mehr. Insbesondere auf deutschen Weihnachtsmärkten sind seit dem Anschlag in Berlin 2016 die Sicherheitsvorkehrungen enorm gestiegen. Die Menschen fühlten sich wieder halbwegs sicher – bis zum letzten Jahr. In Magdeburg kam es zu einem ähnlichen Vorfall wie acht Jahre zuvor in Berlin. Im Anschluss hagelte es heftige Kritik am dortigen Sicherheitskonzept. Um solche Tragödien zu vermeiden, greifen die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen.
In der Woche vor dem ersten Advent öffnen die ersten Weihnachtsmärkte – manche aufgrund der Vorkehrungen sogar mit leichter Verspätung. Andere wurden komplett abgesagt. Schon jetzt gibt es an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs in den Städten Durchsagen, dass für die Dauer des Weihnachtsmarktes ein Waffenverbot gilt. Auch sind bereits die ersten Schilder an den jeweiligen Plätzen zu sehen, die unmissverständlich auf das Verbot jedweder Waffen hinweisen. Dazu zählen auch Messer und Pfefferspray.
Mehr Sicherheit: Deutsche Weihnachtsmärkte rüsten auf
Bei den Schildern und Durchsagen bleibt es meist nicht. Schließlich wurden die Anschläge in Berlin und Magdeburg mit Fahrzeugen begangen. Auf den meisten der bundesweit über 3.250 Weihnachtsmärkte sind schwere Sperrelemente aus Beton oder Metall zu sehen. Teilweise sollen ganze Zufahrtsstraßen gesperrt sein. München und Bremen setzen beispielsweise auf Videoüberwachung, und fast überall soll zusätzliches Sicherheitspersonal vertreten sein. Auch die Polizei will für mehr Präsenz sorgen und bei begründetem Verdacht Taschenkontrollen durchführen. Details zu den jeweiligen Sicherheitskonzepten wollen die meisten Veranstalter jedoch nicht preisgeben, um möglichen Lücken vorzubeugen.
Derlei Maßnahmen bedeuten einen höheren planerischen und vor allem finanziellen Aufwand. Im Normalfall kommen der Veranstalter und die Kommunen dafür auf. Bei den Extrakosten, die zum Teil im sechsstelligen Bereich liegen, ist jedoch auch mehr Unterstützung von Bund und Ländern gefordert. Immerhin geht es um die Sicherheit der Besucher der Weihnachtsmärkte. Einer aktuellen Umfrage zufolge sorgen sich etwa 62 Prozent der Befragten vor weiteren Terroranschlägen.
(Quellen: eigene Recherche der ka-insider-Redakteure, Innenministerien der Länder, Deutscher Schaustellerbund)














