Autoindustrie rutscht tiefer in die Krise – bis zu 10.000 Jobs fallen weg

Eine Produktionsstraße eines deutschen Autozulieferers, vielleicht auch eines Autobauers, ist zu sehen. In einer großen Halle stehen Roboter entlang der Produktionsstraße in der Montage.
Symbolbild © istockphoto/alvarez

Immer tiefer rutscht die Autoindustrie in Deutschland in die Tiefe. Und zieht damit viele Beschäftigte mit. Bis zu 10.000 Jobs sollen in einer Branche wegfsllen, die bei vielen Bürgern vor einiger Zeit noch als sicher galt.

Auto fährt man doch immer oder nicht? Lange Zeit galt genau diese Einsicht. Damit galten auch die vielen Jobs als nahezu krisensicher. Doch die Gegenwart zeigt immer deutlicher: Die Autoindustrie befindet sich in einer Krise und schlittert immer tiefer hinein. Tausende Menschen werden wohl ihren Job verlieren.

Nicht nur in Deutschland: Autobranche europaweit in der Krise

Der europäische Automarkt befindet sich in einer tiefgreifenden, strukturellen Krise, die durch ein Zusammentreffen von geopolitischen Verschiebungen, schwacher Konjunktur und politischer Unsicherheit getrieben wird. Besonders die deutschen Traditionshersteller erleben einen historischen Umbruch. Über Jahre hinweg war China die wichtigste Gewinnmaschine für Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW. Diese Abhängigkeit bricht nun ein. Gleichzeitig  drängen chinesische Autobauer mit großer Wucht und stark subventionierten Modellen auf den europäischen Markt. Trotz politischer Gegenmaßnahmen wächst deren Marktanteil in Europa kontinuierlich. Sie treffen die europäischen Konzerne in einer Phase der Schwäche, da sie Fahrzeuge oft deutlich günstiger anbieten können.

Lesen Sie auch
Neue Plastiksteuer – Einkaufen könnte teurer werden

Autoindustrie rutscht tiefer in die Krise – „Trifft noch andere Bereiche“

Der Vorstandschef des weltweit siebtgrößten Automobilzulieferers Forvia, Martin Fischer, hat eine unmissverständliche Warnung zur Zukunft der europäischen Zuliefererlandschaft ausgesprochen. Angesichts des anhaltenden Kostendrucks, wegbrechender Margen und der tiefen Strukturkrise bei großen Autobauern wie Volkswagen rechnet er mit einer massiven, weltweiten Konsolidierung der Branche. Dabei geraten vor allem kleine und mittlere Zulieferer in existenzielle Gefahr.

Fischer betont, dass die Lieferkettenstabilität in Europa an einem kritischen Punkt angelangt ist. Viele hochspezialisierte, mittelständische Familienbetriebe haben kaum noch finanzielle Puffer. Fällt nur ein einziges dieser kleineren Glieder in der Kette durch eine Insolvenz aus, stehen in den großen Werken der Fahrzeughersteller binnen kürzester Zeit die Bänder still. Dies zwingt die Branche zu Zusammenschlüssen und Marktbereinigungen. Genau dadurch allerdings rechnet der Experte mit einem Wegfall von bis zu 10.000 Stellen.

(Quellen: Forvia, Hella)