Automaten statt Menschen: Post baut nun hunderte Filialen um

Eine Filiale der Deutschen Post. Ein Kunde in grauer Bekleidung steht am Schalter der Post. Eine Mitarbeiterin hinter dem Schalter erledigt ihre Arbeit. An der Wand hinter dem Schalter steht das Wort "Post".
Symbolbild © imago/Sven Simon

Um ihr Filialnetz auszubauen, setzt die Deutsche Post nun auf Automaten statt Menschen. Das kommt nicht bei allen gut an und sorgt zum Teil für harte Kritik. Bestimmte Gruppen würde man dabei besonders benachteiligen. Doch der Ausbau hat auch Vorteile. 

Es geht voran: Überall in Deutschland sollen künftig Automaten der Deutschen Post stehen. Was als fortschrittlicher Plan gedacht ist, sorgt allerdings bei Kritikern für Kopfschütteln.

Automaten statt Menschen: Das sind die Pläne der Deutschen Post

Ob Großstadt oder kleinere Gemeinden: Überall brauchen Menschen eine nah erreichbare Postfiliale, um Briefe und Pakete auf den Weg zu bringen. Deshalb unterliegt die Deutsche Post einer gesetzlich geregelten Versorgungspflicht. Sie muss demnach sicherstellen, dass bundesweit ausreichend Filialen existieren. Dieser Pflicht kommt das Unternehmen jetzt in besonderer Weise nach ‒ und das sorgt zum Teil für Kritik, weil automatisierte Poststationen eine wichtige Rolle einnehmen. Diese kommen ohne Personal aus.

Vor- und Nachteile des Ausbaus ‒ und warum Sozialverbände alarmiert sind

„Wen wundert es denn?“, fragt sich eine Person in den sozialen Medien. Sie verweist unter anderem auf die explodierenden Personalkosten. Insgesamt 72 Poststationen sind nach Informationen der Bundesnetzagentur bereits als Filialen anerkannt. Dabei soll es jedoch nicht bleiben: Über 550 Anträge werden noch bearbeitet. Die modernen Stationen könnten künftig einen bedeutenden Teil des deutschlandweiten Filialnetzes ausmachen ‒ umgerechnet und nach derzeitigem Stand wären das etwa fünf Prozent.

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Nicht nur die Post profitiert von ihren Plänen, sondern auch Verbraucher. Wer Sendungen spät oder spontan verschicken will, muss sich nicht an die üblichen Öffnungszeiten halten. Die Automaten sind in der Regel rund um die Uhr zugänglich. Zudem hilft der Service denjenigen, die etwas abseits wohnen und einen längeren Fahrtweg in Kauf nehmen müssten, um die nächste Postfiliale zu erreichen. „Finde ich gut“, kommentiert ein Social-Media-Nutzer, während andere darauf verweisen, dass das Angebot für Menschen mit Einschränkungen nur bedingt geeignet sei. Auch Sozialverbände sind deshalb alarmiert. Unter anderem wird auf die Herausforderungen für Rollstuhlfahrer und ältere Menschen verwiesen. Wann die Automaten offiziell genehmigt werden und ob noch weitere hinzukommen, bleibt vorerst unklar.

(Quellen: dpa, Bundesnetzagentur)