
Immer mehr Ausbildungsplätze bleiben in Deutschland unbesetzt, womit sich die Azubi-Krise hierzulande weiter verschärft. Experten haben verschiedene Gründe ausgemacht, wieso Auszubildungsplatzsuchende und Arbeitgeber nicht mehr zueinander finden.
Immer mehr Ausbildungsplätze in deutschen Unternehmen bleiben unbesetzt. Auf der Gegenseite bleiben junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Was wie ein Paradoxon erscheint, hat laut Wirtschaftsexperten nachvollziehbare Gründe.
Klingt paradox, ist aber Realität: Immer mehr Jugendliche ohne Ausbildungsplatz
Derzeit befinden sich wieder viele Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Aktuell sind es laut statistischen Erhebungen rund 70.000 junge Menschen, die noch keinen Platz haben. Dabei beginnt am 1. August bzw. am 1. September das neue Ausbildungsjahr. Und die Chancen stehen mit jedem Monat, der vergeht, deutlich schlechter. Die Folge: Man muss das nehmen, was noch übrig ist, oder sich für das kommende Jahr bewerben.
Auf der anderen Seite gibt es ca. 40.000 offene Ausbildungsstellen, die auf einem Ausbildungsforum ständig aktualisiert werden. Weitere Plätze vermittelt die Agentur für Arbeit der jeweiligen Region. Und dennoch finden junge Menschen und freie Stellen einfach nicht zueinander. Woran liegt das?
Immer mehr Stellen unbesetzt: Beide Seiten suchen, finden aber nicht das Passende
Laut Experten gibt es unterschiedliche Gründe, wieso die Unternehmen keine Auszubildenden mehr finden. Zum einen wollen mehr junge Menschen studieren und streben keine Ausbildung in klassischen Berufen an. Des Weiteren haben die Jugendlichen genaue Vorstellungen, wie ihr zukünftiger Ausbildungsplatz aussehen soll und wie viel sie verdienen wollen. Da nur relativ wenige Betriebe diese Informationen gleich zu Beginn zur Verfügung stellen, bewerben sich die potenziellen Kandidaten nicht.
Auf der anderen Seite finden viele Jugendliche keinen Ausbildungsplatz, weil sie die Bedingungen nicht erfüllen. So haben sie zum Beispiel einen zu schlechten Schulabschluss. Auch wenn die Devise „Der Beste gewinnt“ heutzutage nicht mehr so praktiziert wird, passen viele Bewerber einfach nicht zum Profil des Ausbildungsplatzes. Ein weiterer Grund liegt darin, dass viele junge Menschen nach der Schule lieber schnell Geld verdienen wollen. Dies gelingt mit einem direkten Einstieg ins Berufsleben zunächst einfacher als mit einem Ausbildungsplatz, da man während der Ausbildung weniger verdient. Dass sich eine fehlende Ausbildung erst später rächt, erkennen die meisten jungen Menschen zunächst nicht.
(Quellen: Bundesagentur für Arbeit, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














