Bargeld steht vor dem Aus: Kleingeld soll nun verbannt werden

Zwei Hände halten viele Münzen in die Kamera. Dabei handelt es sich vornehmlich um Kleingeld bis hin zu einem Euro. Man sieht 1-, 2-, 5-, 10- und 20-Cent-Münzen, die am meisten vorkommen.
Symbolbild © istockphoto/Elisaveta Ivanova

Das Bargeld könnte vor dem Aus stehen. Zumindest, wenn man ans Kleingeld denkt, das nun verbannt werden soll. Inzwischen sprechen mehr Gründe für die Abschaffung als für den Erhalt.

Tatsächlich soll das Kleingeld wohl bald verbannt werden. Immer mehr Menschen stehen diesem Weg auch offen gegenüber, denn die Cent-Münzen verschwinden immer mehr aus dem Kreislauf.

Kaum Wert mehr: 1- und 2-Cent-Münzen sind zu teuer

Während vor einigen Jahren die Bürger hierzulande noch nicht wirklich davon überzeugt waren, dass die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen etwas Gutes sein könnte, sieht dies laut einer aktuellen Umfrage unter EU-Bürgern anders aus.

Denn die Praxis hat gezeigt: Die 1- und 2-Cent-Münzen kehren gar nicht in den Zahlungsverkehr zurück. Die Geschäfte geben das Kleingeld zwar an die Kunden heraus. Diese bezahlen damit jedoch nicht wieder. Die Münzen verschwinden in irgendwelchen Schubladen oder gehen komplett verloren. Die Bürger ärgern sich über ein ausgebeultes Portemonnaie und nehmen daher immer weniger Kleingeld mit.

Kleingeld soll verbannt werden: „Nun ist die Politik dran“

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Während in einigen Ländern der EU die 1- und 2-Cent-Münzen schon längst abgeschafft sind und entsprechend gerundet wird, tat sich Deutschland mit diesem Schritt bislang schwer. Unter anderem fehlte auch die Akzeptanz der Deutschen. Diese befürchteten nämlich eine heimliche Verteuerung der Produkte und sprachen sich zunächst dagegen aus.

Inzwischen sieht dies jedoch anders aus. Denn zum einen geschieht die Rundung ausschließlich bei Barzahlung an der Kasse. Bei Kartenzahlung erfolgt keine Rundung. Und auch die Preise werden normal ausgeschildert. Zum anderen kosten die Herstellung und der Transport der Münzen mehr Geld, als sie an Nutzen bringen. Was bei den Menschen in Schubladen verschwindet, kann auch komplett verschwinden. Nun muss jedoch das Bundesfinanzministerium handeln und entsprechende Vorschläge zur Umsetzung auf den Weg bringen. Immer mehr EU-Bürger fordern nämlich eine EU-weit einheitliche Regelung, sodass bald in keinem EU-Land mehr unnötig Kleingeld und somit unnötige Kosten produziert werden.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Deutsche Bundesbank, Europäische Kommission)