
Einige Beschäftigte erhalten Zuschüsse, während andere keinen Extra-Cent vom Chef sehen. Dabei geht es um eine spezielle Zahlung, die viele jetzt gut gebrauchen könnten. Wer häufiger profitiert – und wer nur mit dem üblichen Lohn auskommen muss.
Weniger als die Hälfte der privatwirtschaftlich Angestellten darf sich über diese Zahlung vom Arbeitgeber freuen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung.
Nicht alle Beschäftigten in Deutschland erhalten Zuschüsse
Ob Flugtickets, Spritkosten oder die Verpflegung im Restaurant: Der Urlaub ist für viele Deutsche deutlich teurer geworden. Urlaubsgeld schafft Abhilfe. Viele hoffen deshalb auf das Extra-Geld vom Chef. In Deutschland existiert allerdings kein gesetzlicher Anspruch auf die Finanzspritze. Ob Angestellte die begehrte Sonderzahlung für die Reisekasse tatsächlich erhalten, entscheidet sich ausschließlich über den individuellen Arbeitsvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder geltende Tarifverträge.
Viele Menschen verwechseln die freiwillige Gratifikation zudem mit dem sogenannten „Urlaubsentgelt“. Dieses bezeichnet die gesetzlich garantierte Lohnfortzahlung während der freien Tage. Der übliche Lohn fließt also weiterhin. Eine aktuelle Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt nun deutliche Unterschiede bei der tatsächlichen Verteilung des Urlaubsgeldes.
Unterschied zwischen Männern und Frauen bei der Zahlung
In der Privatwirtschaft profitieren 44 Prozent der Beschäftigten in Deutschland vom finanziellen Urlaubsbonus, so die WSI-Auswertung. In tarifgebundenen Unternehmen freuen sich stolze 73 Prozent der Belegschaft über die Unterstützung. Anders sieht es in Firmen ohne Tarifvertrag aus – dort sind es lediglich 35 Prozent. Auch die Betriebsgröße spielt eine wichtige Rolle. Großunternehmen mit mehr Beschäftigten sind entgegenkommender. Im Vergleich gehen Angestellte kleinerer Betriebe häufiger leer aus. Spitzenreiter mit einer Höhe von fast 3.000 Euro tariflichem Urlaubsgeld ist die Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie.
Nicht zu vernachlässigen ist auch dieser Geschlechterunterschied: Frauen ziehen im Vergleich zu Männern weiterhin oft den Kürzeren, was die Forscher auf die ungleiche Verteilung in tariflosen Branchen zurückführen. Der Anteil der Männer, die von Urlaubsgeld profitieren, ist demnach insgesamt größer. Außerdem gibt es weiterhin regionale Unterschiede. Während im Westen fast jeder Zweite die Sonderzahlung verbucht, geht im Osten nur ein Drittel der Angestellten mit gefüllter Urlaubskasse auf Reisen.
(Quellen: dpa, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)













